Das zeichnet Stuttgarts neuen Coach Matarazzo aus

Reinhard Franke
Sport1

Pellegrino wer?

Die Überraschung im Schwabenland und dem Rest der Fußballbranche war groß, als der VfB Stuttgart am Montag seinen neuen Cheftrainer bekannt gab.

Sein Name: Pellegrino Matarazzo. Der in Wayne (New Jersey) geborene Amerikaner mit italienischen Wurzeln ist also der Nachfolger des einen Tag vor Weihnachten entlassenen Tim Walter. Kaum jemand hatte Matarazzo auf dem Zettel.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige


Assistent von Nagelsmann

Der 42-Jährige arbeitete seit 2017 bei der TSG Hoffenheim, erst ein Jahr als U17-Coach, in der vergangenen Saison war er der Assistent von Julian Nagelsmann.

"Als ich gehört habe, dass Pellegrino neuer VfB-Coach wird, habe ich mich natürlich für ihn gefreut. Wir haben uns zehn Monate intensiv kennen- und schätzen gelernt", sagt der frühere Bundesliga-Profi Jeff Strasser (1. FC Kaiserslautern, Borussia Mönchengladbach) im Gespräch mit SPORT1.

"Es ist großartig, dass er jetzt die Chance auf eine neue, interessante Herausforderung hat. Er ist ein toller und angenehmer Typ und war mir gleich sympathisch."

Jahrgang mit Kocak und Co.

Zusammen mit Matarazzo machte Strasser, aktuell Chefcoach beim luxemburgischen Fußballklub SC Fola Esch, 2015/2016 den DFB-Lehrgang zum Fußballlehrer.

Matarazzo, der seine Karriere als Trainer 2010 als Assistent beim 1. FC Nürnberg II begann, gehört einem spannenden Jahrgang an, dem unter anderem auch Nagelsmann, Kenan Kocak (aktuell Trainer bei Hannover 96) oder Alexander Nouri (derzeit Co-Trainer von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC) angehören.


"Er arbeitet als Trainer sehr akribisch und beherrscht sein Fach, geht eigene Wege und bringt den Spielern bestimmt so manche Trainingseinheit auf eine neue und interessante Weise näher", beschreibt Strasser den Novizen im Profi-Bereich. "So habe ich ihn in den Lehrgängen kennengelernt. Ich habe ihn mal in einem Video vom DFB bei der Arbeit gesehen, als er in Nürnberg Trainer war. Das war sehr interessant."

Für Matarazzo sei der VfB "eine große Herausforderung", weil er bisher nur im U-Bereich hauptverantwortlich gearbeitet hat. "Ich wünsche ihm dafür viel Erfolg. Er hat es verdient", sagt Strasser.

"Tolle Präsenz und viel Ahnung"

Es gebe immer "eine bestimmte Art und Weise, an gewisse Dinge ranzugehen" und die Bosse beim VfB würden das Geschäft kennen und wissen, "dass Matarazzo in der jetzigen Phase am besten zum Klub und zur Philosophie passt", glaubt Strasser.

Er habe eine tolle Präsenz und viel Ahnung vom Fußball. "Seine Art zu arbeiten wird in Stuttgart sicher ankommen, sagt mir mein Gefühl."

Jetzt das aktuelle Trikot des VfB Stuttgart bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE

Der VfB steht aktuell nach der Hinrunde auf Platz drei. Zu wenig für die Ansprüche der Stuttgarter. Das sieht auch Strasser so.

Matarazzo "muss sich freischwimmen"

"Ich wünsche Pellegrino, dass ihm die Mission Wiederaufstieg gelingt. Das dürfte das klare Ziel sein, sonst hätte man jetzt im Winter keine Veränderung auf der Trainerposition vorgenommen."

Die Zusammenarbeit mit Nagelsmann habe Matarazzo im Hinblick auf seine große Aufgabe sicherlich gut getan.

"Als Co-Trainer von Julian Nagelsmann gearbeitet zu haben, ist eine tolle Visitenkarte, aber jetzt kann und muss Pellegrino sich freischwimmen", findet Strasser: "Er hat das nötige Knowhow und die Durchsetzungskraft, um seine Vision zu verwirklichen."

Lesen Sie auch