Schwimmerin Becca Meyers zieht Teilnahme von Paralympischen Spielen zurück

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Weil ihre persönliche Assistentin nicht in Japan einreisen darf, hat die US-Schwimmerin Becca Meyers ihre Teilnahme bei den Paralympischen Spielen abgesagt.

US-Schwimmerin Becca Meyers hat ihre Teilnahme bei den Paralympischen Spielen abgesagt. (Bild: Stacy Revere/Getty Images)
US-Schwimmerin Becca Meyers hat ihre Teilnahme bei den Paralympischen Spielen abgesagt. (Bild: Stacy Revere/Getty Images)

Vor rund zwei Wochen hat die japanische Regierung verkündet, dass die Olympischen Spiele und die Paralympischen Spiele ohne Publikum stattfinden werden. Zuschauer*innen aus dem Ausland waren aufgrund der Coronavirus-Pandemie ohnehin ausgeschlossen worden – das gilt nun auch für Fans aus Japan.

Die Entscheidung wurde vor allem als Reaktion auf die Verlängerung des Corona-Notstands bis zum 22. August im Austragungsort Tokio gefällt.

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Doch die Einschränkungen gehen weiter und betreffen nun auch die Athlet*innen: Die Delegationen aus dem Ausland dürfen nur eine*n Assistent*innen mitbringen, für das gesamte Team. Persönliche Assistent*innen sind den Athlet*innen nicht erlaubt.

Diese Einschränkung hat die US-Schwimmerin Becca Meyers am Dienstag zu einem drastischen Schritt gebracht: Sie hat ihre Teilnahme an den Paralympischen Spielen abgesagt.

Einschneidendes Erlebnis 2016

Meyers lebt mit dem Usher-Syndrom, eine genetisch bedingte Hörsehbehinderung. Laut Washington Post wurde sie taub geboren, ihre Sehfähigkeit nimmt seither zudem rapide ab. Zwischenzeitlich wird sie in der Startklasse B2 „wenig Sehrest“ geführt. Was sie aber nicht davon abgehalten hat, als Schwimmerin für die USA bereits sechs Medaillen bei Paralympischen Spielen zu gewinnen – immer mit Unterstützung ihrer persönlichen Assistentin Maria Meyers, ihrer Mutter.

Becca Meyers 2017 in New York City. (Bild: Nicholas Hunt/Getty Images for Women's Sports Foundation)
Becca Meyers 2017 in New York City. (Bild: Nicholas Hunt/Getty Images for Women's Sports Foundation)

Bereits seit 2017 ist sie mit dem Olympischen Komitee im Einvernehmen, dass ihre Mutter sie stets begleitet und unterstützt. Was an einem einschneidenden Erlebnis bei den Spielen 2016 in Brasilien liegt: Damals, so berichtet die Washington Post, fand Meyers allein im Olympischen Dorf nicht den Weg zum Essbereich. Sie kehrte daraufhin in ihr Zimmer zurück, verängstigt und frustriert. Damals schwor sie sich: Niemals werde sie wieder allein einen solchen Albtraum durchleben.

Keine andere Wahl

Als diesen Sonntag nun verkündet wurde, dass persönliche Assistent*innen von den Spielen aufgrund der Pandemie ausgeschlossen seien, traf Meyers die schwere Entscheidung, die sie zwischenzeitlich auch auf Twitter verkündet hat:

„Es bricht mir das Herz, mitteilen zu müssen, dass ich nicht bei den Paralympischen Spielen in Tokio antreten werde. Das Olympische Komitee hat mir eine notwendige Unterstützung wiederholt untersagt. Es bleibt mir daher keine Wahl.“

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Auf Anfrage der Washington Post teilte das Komitee mit, dass es mit nie dagewesenen Einschränkungen während der Spiele vor Ort umgehen müsse: „Auf Anweisung der japanischen Regierung darf nur das für die Durchführung der Spiele notwendige Personal einreisen.“

„Schwimmen verleiht mir eine Identität“

Diese Regelung, das schreibt Meyers in einer längeren Stellungnahme auf Twitter, mache sie wütend und enttäusche sie. Und sie sei traurig, nicht ihr Land repräsentieren zu dürfen. Für sie sei eine Assistentin, der sie vollends vertrauen könne, Voraussetzung für den Wettkampf.

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Der Washington Post sagte Meyers außerdem: „Schwimmen verleiht mir eine Identität. Ich war immer Becca, die Schwimmerin. Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht.“ Aber bei Paralympischen Spielen sollten die Athlet*innen und ihre Einschränkungen eigentlich geehrt werden und nicht als Belastung wahrgenommen werden.

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