Weihnachtskarte an Cyril Abiteboul: Red Bull hält sich alle Türen offen

Maria Reyer
·Lesedauer: 2 Min.

Wie geht es mit Red Bull weiter? Der Hersteller ist auf der Suche nach einer Motorenlösung ab 2022. Zwar würden die Bullen dank einer "Freeze"-Lösung am liebsten das Honda-Projket selbst weiterbetreiben, dennoch hält man sich auch die Variante mit Renault offen. Zumindest steht Cyril Abiteboul auch in diesem Jahr auf Christian Horners Adressliste zu Weihnachten ...

"Cyril war schon immer auf meiner Weihnachtskarten-Liste", schmunzelt der Red-Bull-Teamchef am Rande des Portugal-Grand-Prix. Er will sich auch die Option mit den Franzosen offenhalten. Findet das Topteam nämlich keine andere Lösung, müsste Renault das Team per Reglement beliefern.

"Renault wird als ein potenzieller Zulieferer in Zukunft in Betracht gezogen", bestätigt Horner. Wie kann das funktionieren, nachdem die Scheidung der ehemaligen Partner Ende 2018 in einem Rosenkrieg endete? Noch im Vorjahr machte sich etwa Max Verstappen über den Antrieb aus Viry-Chatillon lustig.

Doch die Vorzeichen haben sich geändert. Renault hat bereits kurz nach der Honda-Ankündigung betont, dass man bereit sei, seine Pflicht zu erfüllen und Red Bull wieder mit Antrieben zu beliefern. Die Bullen haben im Gegenzug mildere Töne als bislang angestimmt.

Und auch in Portimao wiederholt Horner: "Renault ist nun eine andere Organisation im Vergleich zu jener Zeit, als sie uns beliefert haben. Sie haben einen neuen Vorsitzenden, für den Formel 1 eine Leidenschaft ist. Das ist schön zu sehen."

Konkret spricht der Brite Luca de Meo an, der von Seat in diesem Jahr an die Spitze des Renault-Konzerns gewechselt ist und die Marke ab 2021 unter dem Namen Alpine neu positionieren wird. "Die Formel 1 braucht diesen Antrieb von der Spitze einer Organisation, diesen Enthusiasmus."

Ansonsten sei es unmöglich, Erfolge in diesem Sport zu erzielen, weiß Horner aus eigener Erfahrung. "Wie ich bereits sagte, wir werden alle Optionen in Betracht ziehen." Ihm ist außerdem wichtig zu betonen, dass Red Bull nicht einfach ein Kundenteam wie jedes andere ist.

"Die Bestrebungen des Teams sind extrem hoch. Wir wollen gewinnen und um Weltmeisterschaften kämpfen." Deshalb wünscht sich das Topteam eine Sonderstellung - entweder weiterhin als unabhängiger Akteur, der die Honda-Motoren auf eigene Faust weiterbetreibt (was sich am Montag entscheiden könnte), oder als Kundenteam mit Sonderrechten.

"Wir werden uns die Zeit nehmen und alle uns verfügbaren Optionen genau prüfen. Wir werden unsere Überlegungen bis Ende der Saison abschließen."

Mit Bildmaterial von LAT.