"Schwere Symptome": Corona-Sorge um DHB-Jungstar

SID
·Lesedauer: 2 Min.

Weiterer Coronafall in der Handball-Nationalmannschaft: Nach Johannes Bitter und Marian Michalczik ist auch Juri Knorr im Nachgang der Länderspielwoche positiv auf das Coronavirus getestet worden - und den 20-Jährigen hat es offenbar hart erwischt.

"Es zeigen sich bereits heute schwere Symptome", berichtet Mindens Geschäftsführer Frank von Behren, der von einem "großen Schock" sprach: "Wir sind bis heute davon ausgegangen, dass Juri sich nicht im Rahmen der Nationalmannschaftsreise infiziert hat." Der Klub hoffe auf "schnelle Besserung" bei Knorr: "Die Gesundheit der Spieler steht an erster Stelle."

Die Infektion von Knorr, der am Mittwochabend mit seinem Team trainiert hatte, hat weitere Auswirkungen auf den Bundesliga-Spielplan: Das am Donnerstagabend geplante Heimspiel von Minden gegen den Bergischen HC wurde abgesagt. Es ist die vierte Partie, die im Zuge der Coronafälle im DHB-Team verlegt werden muss. Das zuständige Gesundheitsamt ordnete eine 14-tägige Quarantäne für den gesamten Profikader inklusive Trainer Frank Carstens an.

Hinzu kommt: Der Deutsche Handballbund (DHB) meldete am Donnerstagnachmittag einen Verdachtsfall bei der MT Melsungen, die sechs deutsche Nationalspieler in ihren Reihen hat. Melsungen schickte seine Mannschaft vorsorglich und freiwillig in häusliche Isolation (Corona-Chaos im Handball: Das sagen Bob Hanning und Daniel Stephan bei SPORT1).

DHB verspricht "umfassende Analyse"

"Wir wünschen allen Infizierten, dass sie die Erkrankung möglichst komplikationsfrei überstehen. Das ist ohne Wenn und Aber das Wichtigste", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer.

Man habe das DHB-Hygienekonzept für Nationalmannschaften "nach bestem Wissen und Gewissen sorgfältig umgesetzt. Die nun vorliegenden positiven Ergebnisse der PCR-Tests stehen unserem Anspruch, höchste Sicherheit zu gewährleisten, leider entgegen. Deshalb sind wir bereits mit allen Beteiligten in eine umfassende Analyse gegangen, um für die Zukunft besser aufgestellt zu sein und die Sicherheit weiter zu erhöhen."

Youngster Knorr hatte wie Torhüter Bitter (TVB Stuttgart) und Marian Michalczik (Füchse Berlin) mit dem DHB-Team am Sonntag in Tallinn gegen Estland (35:23) und zuvor am Donnerstag in Düsseldorf gegen Bosnien-Herzegowina (25:21) gespielt. Bitter und Michalczik zeigten im Gegensatz zu Knorr keine Symptome.

Droht die nächste Absage?

Ein Fragezeichen steht aufgrund des neuen Verdachtsfalls nun auch hinter dem Heimspiel von Melsungen gegen den SC Magdeburg am Samstag. Das Melsunger Team war am Dienstag im Mannschaftsbus rund 500 Kilometer nach Flensburg gereist und am Mittwoch die gleiche Strecke zurück.

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Am Dienstagabend hatte der DHB die Infektion von Bitter veröffentlicht, am Mittwoch die von Rückraumspieler Michalczik. Alle Spieler waren während der Länderspielwoche noch mehrmals negativ getestet worden.