Welttag des Schlafes: Was tun, wenn das Kind plötzlich anfängt, nachts aufwachen

Nachts aufwachen kann für Kinder und ihre Eltern gleichermaßen störend sein. (Getty)
Nachts aufwachen kann für Kinder und ihre Eltern gleichermaßen störend sein. (Getty)

Erinnerst du dich noch an die ersten Monate/Jahre als Mutter oder Vater, als es eine gute Nacht noch war, wenn du mehr als ein paar Stunden Schlaf bekommen hast?

Seit dem Ende der Baby- bzw. Kleinkindjahre bekommst du mit etwas Glück sehr viel mehr Schlaf. Aber gerade als du dachtest, die ganze Schlafsache sei unter Kontrolle, fängt dein Kind plötzlich wieder an mitten in der Nacht aufzuwachen. Neeeiiiiiiin!

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Abgesehen davon, dass Eltern direkt in die dunkle Zeit des Schlafentzugs zurückbefördert werden, kann das nächtliche Aufwachen auch einen großen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kleinen haben.

Laut dem britischen Gesundheitsdienst NHS sollten wir anstreben, dass Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren in der Nacht 11 Stunden und 30 Minuten Schlaf bekommen.

Mit 5 sollten sie 11 Stunden bekommen und danach sollte die Zeit von Jahr zu Jahr um 15 Minuten reduziert werden, bis sie etwa 13 Jahre alt werden.

Aber natürlich wird es schwer, ausreichend Schlaf zu bekommen, wenn sie mehrmals in der Nacht aufwachen.

Schlechter Schlaf bei Kindern wird mit einem erhöhten Risiko für Fettleibigkeit, einem schwächeren Immunsystem und psychischen Problemen in Verbindung gebracht. Wenn dein Kind also plötzlich anfängt, nachts aufzuwachen, ist es ziemlich wichtig, seinen Schlafrhythmus wieder in den Griff zu bekommen.

In diesem Sinne und um den Weltschlaftag zu feiern, sind hier ein paar Tipps von Experten, was du tun kannst, wenn dein Kind Schlafschwierigkeiten hat.

Finde heraus, was das Problem verursacht

Laut Ames Wilson alias The Sleep Geek, sollte man, wenn Kinder nachts plötzlich anfangen aufzuwachen, zuerst herausfinden, wodurch das Aufwachen ausgelöst wird.

„Ist ihnen zu warm, zu kalt, dringt Licht oder Lärm in ihr Zimmer? Stört sie ein Haustier (das kommt häufiger vor, als man denkt!)? Sind sie gestresst und ängstlich? Scheinen sie nach einem bestimmten Elternteil zu suchen?“

Hast du das Problem identifiziert, dann kannst du beginnen, es anzugehen.

Was tun, wenn das Kind plötzlich anfängt, nachts aufwachen (Getty)
Was tun, wenn das Kind plötzlich anfängt, nachts aufwachen (Getty)

Beseitige die Weckauslöser

Zu heiß, zu kalt, zu hungrig...Es gibt eine ganze Reihe möglicher Gründen, warum Kinder mitten in der Nacht aufwachen.

„Auch wenn sie vor dem Schlafengehen zu lebhaft sind und zu viel Energie haben, kann es ihnen schwerfallen, in den Tiefschlaf zu fallen“, erklärt Schlafexperte Oliver Elliot von Nectar Sleep.

„Sie können auch einen Alptraum gehabt haben. Dann kann sie ein kleines gedämpftes Licht daran erinnern, dass sie sich an einem sicheren Ort befinden, wodurch sie leichter wieder einschlafen. Auch ein Kuscheltier mit ins Bett zu nehmen, könnte deinem Kind helfen, sich nachts nicht so allein zu fühlen.“

Wenn du den Verdacht hast, dass deinem Kind zu heiß oder kalt ist, dann empfiehlt Wilson Bambus-Bettzeug, um die Kleinen bei der richtigen Temperatur zu halten.

„Wenn sie einen Elternteil vermissen, dann können Sie ihnen etwas geben, das nach diesem Elternteil riecht. Sie können zum Beispiel einem Teddy ein altes T-Shirt anziehen oder Ihrem Kind etwas geben, das Ihnen wichtig ist und ihm sagen, dass Sie es morgen früh wieder abholen“, so Wilson.

„Auch Familienfotos rund ums Bett können beruhigend wirken.“

Bringe deinem Kind bei, sich selbst zu beruhigen

Oliver Elliot sagt, dass Kinder natürlich mehrmals in der Nacht aufwachen können und ihr Schlaf dadurch ein paar Sekunden oder Minuten unterbrochen wird.

„Der Trick ist, dem Kind beizubringen, abends alleine einzuschlafen“, sagt er. „Das wird hoffentlich zur Gewohnheit und dann wird es, wenn sein Schlaf unterbrochen wird, auch in der Lage sein, alleine wieder einzuschlafen, ohne seine Eltern aufzuwecken.“

Gerade als du dachtest, du hättest den Dreh mit dem nachts Durchschlafen raus… (Getty)
Gerade als du dachtest, du hättest den Dreh mit dem nachts Durchschlafen raus… (Getty)

Etabliere vor dem Schlafengehen eine Routine

Als dein Kind noch ein Baby war, wusstest du, wie gut die Bad-Buch-Bett-Routine funktioniert. Auch, wenn es jetzt älter ist, ist eine gute Routine zur Bettgehzeit immer noch wichtig.  

„Eine Schlafroutine ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Ihr Kind die Nacht durchschläft. Zu früh ins Bett zu gehen, kann ebenso störend sein, wie zu spät ins Bett zu gehen“, erklärt Elliot.

„Schaffen Sie einen entspannenden Raum für Ihr Kind und vermeiden Sie alles, was stimulieren kann wie Fernseher, Computer und helle Lichter. Ruhe, Lesen und selbst sanfte Musik helfen Ihrem Kind, sich auf den Schlaf vorzubereiten.“

Gib deinem Kind die richtigen Tools, die ihm beim Einschlafen helfen

Das Einschlafen klappte ganz gut, aber jetzt ist es 3 Uhr morgens und ein kleines Kind schiebt deine Augenlider nach oben, um dir zu sagen, dass es nicht mehr schlafen kann. Uff! Um die nächtlichen elterlichen Boxenstopps zu unterbinden, hat Elliot einige Tipps, die helfen sollen, damit die Kids in ihren Betten bleiben.

„Wenn es Probleme beim Einschlafen hat, können Sie Ihrem Kind beibringen, seine Gedanken zu entspannen und stetige Atem- und Entspannungsübungen zu machen, sobald das Licht ausgeht“, empfiehlt er. „Zeigen Sie ihm, wie es sich ablenken kann, ohne bei den Eltern Trost zu suchen.“

Wenn es in dein Zimmer kommt oder versucht, zu dir ins Bett zu steigen und du das nicht willst, dann schlägt Wilson vor, dein Kind mit einem einfachen Matra wie „Es ist Nacht, geh schlafen“ sanft zurück ins Bett zu bringen.

Marie Claire Dorking

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