Weltwirtschaftsforum: Das sind größten Gefahren für die Menschheit

Johannes GieslerFreier Autor
Demonstranten halten Plakate gegen den Klimawandel in die Höhe. Wie dringend mehr Umweltschutz ist, zeigen auch die fünf wahrscheinlichsten Gefahren für die Menschheit: Sie sind allesamt auf Umweltbelastung zurückzuführen. Foto: Symbolbild / gettyimages / shaunl
Demonstranten halten Plakate gegen den Klimawandel in die Höhe. Wie dringend mehr Umweltschutz ist, zeigen auch die fünf wahrscheinlichsten Gefahren für die Menschheit: Sie sind allesamt auf Umweltbelastung zurückzuführen. Foto: Symbolbild / gettyimages / shaunl

Zum ersten Mal sind die fünf wahrscheinlichsten Gefahren allesamt auf Umweltbelastung zurückzuführen. Darunter findet sich auch die Gefahr, mit dem weitreichendsten Schadenspotenzial.

Jedes Jahr gibt das Weltwirtschaftsforum, rund eine Woche vor dem Gipfel in Davos, einen Bericht heraus. Darin werden die größten Bedrohungen für die Menschheit anhand der beiden Kriterien „Wahrscheinlichkeit“ und „Auswirkung“ eingeordnet. Dieses Jahr wurden dafür knapp 800 Interviews mit zentralen Entscheidungsträgern und -trägerinnen, sowie von Expertinnen und Experten für globale Zusammenhänge geführt.

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Zum ersten Mal sind die fünf wahrscheinlichsten Risiken allesamt auf die Umwelt zurückzuführen. Der Bericht, der in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen „Marsh & McLennan“ entstanden ist, wurde am Mittwoch in London vorgestellt.

Die fünf wahrscheinlichsten Risiken

Auf Rang eins der wahrscheinlichsten Risiken, bereits das vierte Jahr in Folge, rangieren sogenannte „Extremwetterlagen“. Darunter fallen etwa Hochwasser, Überschwemmungen und Stürme. Danach folgt eine „misslungene Anpassung an den Klimawandel“. „Naturkatastrophen“, wie Vulkanausbrüche oder Erdbeben, finden sich auf Platz drei wieder.

Auch den „Verlust von Artenvierfalt“, also der Biodiversität, halten Experten und Expertinnen für eine wahrscheinliche Bedrohung. Als fünften Punkt benennen sie „durch Menschenhand verursachte Naturkatastrophen“, etwa Ölkatastrophen oder radioaktive Kontamination.

Die fünf Risiken mit den schlimmsten Folgen

Unter den fünf Bedrohungen für die Menschheit mit den schlimmsten Auswirkungen steht dieses Jahr die „misslungene Anpassung an den Klimawandel“ auf Platz eins. Danach folgen „Massenvernichtungswaffen“, die in den drei vergangenen Jahren jeweils die Liste angeführt haben. Jedoch wird die Wahrscheinlichkeit eines Einsatzes von Massenvernichtungswaffen als äußerst gering eingestuft. Der „Verlust von Biodiversität“ und „Extremwetterlagen“ folgen auf Rang drei und vier. Danach finden sich Wasser-Krisen, wie zu wenig oder veruneinigtes Trinkwasser.

Es drohen noch stärker polarisierte Gesellschaften und wirtschaftliche Konfrontationen

Der Bericht, der in einer Pressemitteilung mit dem Titel „Brennender Planet: Klima-Feuer und tobende politische Flammenkriege“ publiziert wurde, benennt auch die aktuell gefährlichsten Entwicklungen für die bestehenden Gesellschaften.

78 Prozent der Expertinnen und Experten halten „wirtschaftliche Konfrontation“ und „innenpolitische Polarisierung“ für prägende Trends. Dicht darauf folgen „Hitzewellen“, die „Zerstörung natürlicher Ökosysteme“, „Cyber-Attacken auf bestehende Infrastrukturen“, „Protektionismus in Hinsicht auf Handel und Investitionen“ und „Populismus“.

In der Pressemitteilung fasst zudem Borge Brende, der Präsident des Weltwirtschaftsforums, die Erkenntnisse, aus denen er weitreichenden Handlungsbedarf ableitet, wie folgt zusammen: „Die politische Landschaft ist polarisiert, der Meeresspiegel steigt und die Klimafeuer brennen. Dieses Jahr müssen Staatschefs und Regierungschefinnen auf allen gesellschaftlichen Ebenen kooperieren, um die internationale Zusammenarbeit mit neuem Leben zu erfüllen. Nicht nur um kurzfristigen Erfolg zu erzielen, sondern um die tieferliegenden Risiken zu bekämpfen.“

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