Wende bei Stambouli? Das macht Schalke Hoffnung

Patrick Berger
Sport1

Die Zeichen bei Schalke 04 und Benjamin Stambouli deuteten in den vergangenen Wochen auf Abschied hin. Es schien, als würde die gemeinsame Zeit nach vier Jahren enden. Doch nun könnte es eine Wende geben!

Der Defensivmann postete am Sonntagabend ein Foto auf Instagram von sich im Schalke-Trikot, das Raum für Spekulationen lässt. Darauf ist zu sehen, wie er den Daumen der linken Hand nach oben hält. Das Foto garnierte der 29-jährige Abwehrspieler mit einem blauen Herz – und schon gingen die Spekulationen los. Ein Zeichen etwa für einen Verbleib auf Schalke?

S04-Lizenzspielerchef Sascha Riether machte den Fans tatsächlich Hoffnung: "Vor der Corona-Pause wurden Gespräche geführt, was ein Zeichen dafür ist, dass wir gewillt sind, Benji zu halten. Ich hoffe deshalb, dass wir Benji über die Saison hinaus bei Schalke 04 sehen. Er hat gute Signale gesendet und ich glaube, dass die Verantwortlichen auf Schalke gesehen haben, was wir am einen oder anderen Spieler haben."

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Stambouli und Caligiuri lehnten Angebote ab

Nach SPORT1-Informationen hatten die Schalker Stambouli – und im Übrigen auch Routinier Daniel Caligiuri (32) – vor mehreren Monaten bereits ein erstes Vertragsangebot vorgelegt, dass beide allerdings nicht annahmen. Es soll weit unter den aktuellen Konditionen und Vorstellungen der Spieler gelegen haben.

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Sportchef Jochen Schneider, der aufgrund der finanziellen Notlage (198 Mio. Euro Schulden) zum Sparen verdammt ist, sagte kürzlich: "Vertragsverlängerungen sind im Moment bei uns kein Thema. Wir sollten uns lieber auf die Leistungen konzentrieren."

Nach zwölf sieglosen Spielen in Folge geht der Pott-Klub schwer angeschlagen in das Heimspiel am Sonntagabend gegen Pokal-Finalist Bayer 04 Leverkusen (18 Uhr). "Wir wollen den Negativlauf jetzt beenden. Nach zwölf Spielen ist es an der Zeit", sagt Riether.


Dazu beitragen soll auch Stambouli. Gut möglich, dass der frühere Tottenham-Profi, der seit seinem komplizierten Fußwurzelknochenbruch Ende Oktober kein Spiel mehr bestritten hat und vorige Woche wieder ins Teamtraining eingestiegen ist, erneut dabei sein wird – allerdings als moralischer Beistand für die verunsicherte Mannschaft.

Vorige Woche schon war Stambouli zum Auswärtsspiel seiner Knappen bei Union Berlin (1:1) mitgereist und feuerte sein Team lautstark von der Tribüne aus an. "Er ist ein ganz gutes Beispiel, wie man als Typ vorangehen kann", sagt Riether. "Auf Benji kann man sich – gerade in schweren Zeiten – zu 100 Prozent verlassen, er hat die jungen Spieler in Berlin geführt und angefeuert und ist ein ganz wichtiger Faktor, auch wenn er zurzeit nicht auf dem Platz stehen kann", führte der 37-Jährige weiter.


Auf Schalke lieben sie den 1,80 Meter großen Mann, der auf dem Platz sein letztes Hemd gibt. "Ich erledige gerne die Drecksarbeit für die Künstler", hat Stambouli mal gesagt. Der Franzose ist, so die einhellige Meinung der Fans, einer der wenigen Malocher im Kader der Königsblauen. "Kaum jemand lebt Schalke so sehr wie er", findet auch Riether.

Stolzer "asolzialer Schalker"

Der Abwehrchef, der 2016 aus Paris gekommen war und seither 106 Pflichtspiele für S04 (81 in der Bundesliga) bestritten hat, identifizierte sich auf Anhieb mit dem Mythos Schalke. Er, der aus der verruchten Arbeiter- und Hafenstadt Marseille kommt, sucht immer wieder den Austausch mit den Anhängern. Unter seinem besagten Instagram-Post häuften sich die Kommentare der blau-weißen Fans, die ihn von einem Verbleib überzeugen wollen. Ein Fan fragte: "Bekomme ich ein Glück auf?" Stambouli antwortete mit einem "Glück auf" und einem blauen Herz.


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In den Sozialen Netzwerken kursieren zudem Screenshots, die die Konversation zwischen einem Schalke-Fan, der T-Shirts und Mützen mit der Aufschrift "Asoziale Schalker" herstellt, und Stambouli. Er möge das "GEile T-Shirt", schrieb der Verteidiger und kündigte den Kauf eines Shirts und einer Mütze an.

Schneider schweigt

Solche Kleinigkeiten sind es, die Benjamin Stambouli zum Fanliebling machen.

Bleibt Stambouli jetzt also doch auf Schalke? Auf SPORT1-Nachfrage wollte sich Sportchef Schneider nicht zu dieser Personalie äußern.

HSC-Präsident Laurent Nicolin, der an einer Rückkehr Stamboulis nach Montpellier bemüht war, hatte schon vor fünf Wochen gesagt: "Ich habe ihn angerufen und er war vom Interesse geschmeichelt. Es hat ihm gefallen, doch er ist entschlossen, sein Abenteuer in Deutschland fortzusetzen. Seit unserem Gespräch habe ich nichts mehr gehört. Ich weiß nicht, ob er verlängert. Doch er will auf Schalke bleiben."

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