Widerliches Folterritual: Ermittlungen bei SG Flensburg-Handewitt

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Leistungszentrum des Handball-Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt. Ein Jugendlicher klagt an, mit einer Rohrzange gefoltert worden zu sein.

Bei der SG Flensburg-Handewitt kam es wohl zu widerlichen Vorfällen. (Bild: Getty Images)
Bei der SG Flensburg-Handewitt kam es wohl zu widerlichen Vorfällen. (Bild: Getty Images)

Einem Bericht des Spiegel zufolge wurde Ole B. von mehreren Jungen überwältigt. Sie zogen ihm sein T-Shirt aus, drückten ihn auf sein Bett und malträtierten seine Brustwarzen mit einer Rohrzange.

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“Wenn du dich wehrst, tut es noch mehr weh”, soll einer der Täter geraten haben.

Dieser Vorgang soll einer Art “Aufnahmeritual” gleichgekommen sein. Entsprechend werden weitere Opfer vermutet. Ole B. war im Spätsommer 2015 im Leistungszentrum eingezogen, im März 2016 wurde er wohl wie geschildert gequält.

Nachwuchsleitung der SG wusste vom Vorfall

Er verließ die Akademie im Dezember 2016 und hat sich inzwischen vom Handball abgewandt: “Einmal saß ich verzweifelt auf dem Sofa und habe zu meiner Mutter gesagt: ‘Am liebsten würde ich da hochfahren, ein Messer nehmen und alle abstechen.’ So ohnmächtig habe ich mich gefühlt.”

Die Nachwuchsleitung der SG gab an, von dem Vorfall im März 2016 erfahren, ihn aufgearbeitet und Vorkehrungen für die Zukunft getroffen zu haben.

Die Staatsanwaltschaft gab gegenüber dem Spiegel an: “Wir können bestätigen, dass wir ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt wegen Körperverletzung eingeleitet haben.” Am Montag sei ein Besuch vor Ort durchgeführt worden.


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