Wie diese Schnecke unter unmöglichen Bedingungen überlebt

Jennifer CaprarellaFreie Autorin
Yahoo Nachrichten Deutschland

Erst Anfang dieses Jahrtausend wurde die Schuppenfuß-Schnecke entdeckt und gibt Forschern seitdem Rätsel auf. Denn das kleine Tier ist in Vulkanschloten des Indischen Ozean ansässig - unter schier unmöglichen Bedingungen, in denen die Schnecke dennoch gedeiht. Nun wollen Wissenschafter herausgefunden haben, wie das sein kann.

Dieses wunderliche Wesen ist eines der resilientesten Tiere auf der Welt (Bild: HKUST)
Dieses wunderliche Wesen ist eines der resilientesten Tiere auf der Welt (Bild: HKUST)

Auf den ersten Blick wirkt die seltene Schneckenart tatsächlich wie ein kleiner Lebenskünstler. Denn nicht nur hat das kleine Tier ein eisernes Schneckenhaus - nach aktuellem Wissensstand das einzige Lebenwesen, das tatsächlich Eisen in seinem Körper integriert hat - sondern auch eine Art geschuppte Panzerung am Körper, die sie vor Angriffen von nahezu allen anderen Tieren schützt.

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Ganz zu schweigen von der Frage, wie die Schuppenfuß-Schnecke in siedenden Temperaturen, hohem Druck und stark säurehaltigem sowie sauerstoffarmen Wasser überleben kann. Doch eben diese Umgebung könnte der Schlüssel hinter dem harten Panzer der Schnecke sein. Ein Team der Hong Kong University of Science and Technology hat sich des Tieres angenommen und nun erstmals ihr Erbgut entschlüsselt.

Wichtige Erkenntnisse für Medizin, Technologie und Wissenschaft

Eine der Entdeckungen der Forscher: Die Schuppenfuß-Schnecke hat zwar keine einzigartigen Gene, durch die Kombination seiner Gene jedoch Eigenschaften, die offenbar eine höhere Toleranz an Metallionen zulässt. Die Wissenschaftler glauben, dass diese Toleranz es den Schnecken erlaubt, in ihrer Umwelt zu überleben, da die Metallionen mit dem Schwefel in ihrer Schale reagiert und Eisensulfid bildet.

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Durch die Entschlüsselung dieser genetischen Informationen tun sich potentielle Nutzen für Medizin oder Technologie auf, wie Dr. Qian Peiyuan dem britischen “Mirror” zufolge erklärt. “Eine Möglichkeit ist, zu replizieren, wie ihre eisenhaltigen Schneckenhäuser große Krafteinwirkung aushält, was uns lehren könnte, wie man noch wirkungsvollere Schutzbekleidung herstellen könnte.”

Nicht zuletzt kann die Gensequenz, die seit 540 Millionen Jahren unverändert zu sein scheint, Aufschluss über die Entstehung von Leben geben. Gängigen Theorien zufolge soll das erste Leben auf der Erde seinen Ursprung in hydrothermalen Quellen haben.

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