Williams intensiviert Partnerschaft: Ab 2022 mehr Teile von Mercedes

Juliane Ziegengeist
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Williams hat angekündigt, in der Formel 1 ab 2022 eine engere technische Verbindung mit Mercedes einzugehen und künftig mehr übertragbare Komponenten des deutschen Herstellers zu verwenden, nachdem das Team seit Beginn der V6-Hybrid-Ära im Jahr 2014 bereits mit Mercedes-Motoren beliefert wird.

Alle anderen Teile stellte Williams bis dato selbst her und betonte stets, stolz auf seine Unabhängigkeit zu sein. Aber nach der Übernahme durch die US-Investment-Firma Dorilton Capital im August und einem Wechsel im Management von Williams wurde die Entscheidung getroffen, sich ab dem nächsten Jahr Mercedes anzunähern.

So gab Williams am Dienstag eine erweiterte Partnerschaft bekannt. Sie sieht vor, dass der britische Rennstall ab 2022 auch das Getriebe und die damit verbundenen Hydraulikkomponenten von Mercedes bezieht. Das ermögliche Williams, "langfristig einen effizienteren Design- und Fertigungsprozess im eigenen Haus zu implementieren".

Roberts: "Sind ein unabhängiges Team, aber ..."

Folglich könnten Ressourcen effizienter auf andere Performance-Bereiche konzentriert werden, heißt es in einer Mitteilung. Andere Chassis-Teile würden weiterhin intern entwickelt und hergestellt. "Ich freue mich, dass unsere großartige Beziehung zu Mercedes über die Lieferung von Motoren hinausgeht", kommentiert Simon Roberts den Deal.

Der Williams-Teamchef betont: "Wir sind ein unabhängiges Team, aber die Formel 1 entwickelt sich ständig weiter, und als Team müssen wir agil sein, um auf das aktuelle Umfeld zu reagieren. Nur so können wir das Team in die bestmögliche Ausgangsposition bringen, um auf der Rennstrecke wettbewerbsfähig zu sein."

Die neue langfristige Vereinbarung mit Mercedes sei vor diesem Hintergrund ein positiver Schritt und Teil der eigenen strategischen Ziele für die Zukunft, so Roberts weiter. "Gleichzeitig werden wir weiterhin unsere eigenen Design- und Fertigungskapazitäten erhalten." Damit führt man das Erbe des Traditionsrennstalls fort.

Wolff: Warum der Deal für beide Sinn macht

Mercedes-Teamchef Toto Wolff erklärt: "Williams setzt unsere Power-Units seit der Saison 2014 ein, entsprechend macht es für sie Sinn, den integrierten Antriebsstrang zu erwerben. Gleichzeitig macht es angesichts der Skaleneffekte für unser Team Sinn, unter dem neuen Reglement ein weiteres Team zu beliefern."

Williams fährt seit Anfang 2019 mit Mercedes-Junior George Russell und hat einen Vertrag über die Nutzung der Power-Units bis 2025. Den Teams ist es darüber hinaus erlaubt, bestimmte nicht gelistete Teile zu teilen. So bestehen Beziehungen zwischen Mercedes und Racing Point, Ferrari und Haas sowie Red Bull und AlphaTauri.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.