Dieser Wimbledon-Moment inspiriert zig Millionen Menschen

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Die Tunesierin Ons Jabeur ist als erste arabische Tennisspielerin überhaupt ins Viertelfinale von Wimbledon eingezogen. Die 26-Jährige schaltete mit Iga Swiatek, die French-Open-Gewinnerin des Vorjahres mit 5:7, 6:1, 6:1 aus. Bislang hatte Jabeur nur bei den Australian Open 2020 die Runde der letzten Acht erreicht.

Das prestigeträchtigste Tennis-Turnier der Welt ist am Montag Schauplatz eines historischen Moments geworden (Bild: TPN/Getty Images)
Das prestigeträchtigste Tennis-Turnier der Welt ist am Montag Schauplatz eines historischen Moments geworden (Bild: TPN/Getty Images)

Der Erfolg im All England Club war nicht nur für Jabeur eine Premiere, sondern für einen gesamten Kontinent. "Manchmal brauchst du einfach jemanden, der dich inspirieren und dir den Weg zeigen kann. Ich hab am Anfang nicht an mich selbst geglaubt, weil es kein Beispiel einer anderen Tunesierin für mich gab. Und es ist immer noch schwer, denn irgendwie spiele ich nicht nur für mich selbst, sondern für den ganzen Kontinent", so Jabeur.

Jabeur mit einem Meilenstein nach dem anderen

Jabeur erreicht seit zehn Jahren einen Meilenstein nach dem anderen.

Sie war die erste arabische Tennisspielerin, die 2011 bei den French Open in Paris einen Grand-Slam-Juniorinnentitel gewinnen konnte. Ende 2018 sprang sie in die Top 60 der Welt und war damit die höchstplatzierte arabische Profispielerin seit Selima Sfar 2001.

Jabeur ist außerdem die erste arabische Frau, die es bei einem Grand-Slam-Turnier über die Runde der besten 64 Spielerinnen hinaus schaffte. 2020 stürmte sie bei den Australian Open ins Viertelfinale.

Jabeur erste arabische Turniersiegerin auf WTA-Tour

Mitte Juni folgte dann der nächste Höhepunkt: Jabeur feierte beim Rasenturnier in Birmingham ihren ersten Titel auf der WTA-Tour und den ersten einer Frau aus dem arabischen Raum.

"Ich bin so stolz. Ich habe viel gekämpft und es war schwer für mich, einen WTA-Titel zu gewinnen", sagte die Siegerin.

Und weiter: "Ich musste diesen Titel gewinnen, um ein wenig durchzuatmen und auch um ein Vorbild zu sein. Es gibt nicht viele arabische oder tunesische Spieler, und ich hoffe, dass mein Erfolg sie inspiriert, weiterzumachen und mehr zu tun. Ich möchte mehr von ihnen neben mir spielen sehen."

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"Das Wichtigste sind Einstellung und Arbeit"

Jabeur, die in der Hafenstadt Sousse am Mittelmeer aufwuchs, wurde für ihren Traum, eine professionelle Tennisspielerin zu werden, häufig belächelt. Dennoch investierte sie schon in jungen Jahren in ihre Karriere. Mit 13 Jahren zog sie ins 150 Kilometer entfernte Tunis, um dort auf die nationale Sportschule zu gehen. 

Trotz aller Hürden konnte sie immer auf die Unterstützung ihrer Familie zählen. Und dann war da noch ihr großes Tennis-Vorbild Andy Roddick, zu dem sie aufschaute. Da es in ihrem eigenen Land keine berühmten Tennis-Idole gab, habe sie sich den US-Star ausgesucht.

"In meiner Kindheit und Jugend gab es in Tunesien nur wenige professionelle Tennisspieler, was bedeutete, dass es nicht wirklich einen etablierten Weg gab, dem ich folgen konnte", erklärte Jabeur kürzlich in einem Gastbeitrag für Eurosport.

Ihr Erfolgsgeheimnis sei beständiger Fleiß und Glaube. "Man kann die besten Voraussetzungen der Welt haben, das Wichtigste sind die Einstellung und die Arbeit", schrieb die Pionierin, die ihr Land bereits 2012 und 2016 bei den Olympischen Spielen vertreten hatte, weiter.

Jabeur setzt sich hohe Ziele

Mittlerweile gilt Jabeur, die sich immer wieder für den Nachwuchs aus ihrer Heimat starkgemacht hat, als großes Vorbild in der arabischen Sportwelt.

"Zu sehen, wie viele Leute mir folgten, und das schon als Juniorin, das machte mir klar, was für einen Einfluss ich tatsächlich haben könnte, und das gab mir viel Mut, weiterzumachen und mein Land noch stolzer auf mich zu machen." Schließlich sei sie "ein hundertprozentiges tunesisches Produkt".

Jeder neue Erfolg in der Karriere des Tennis-Sternchens kann historisch sein. Das weiß Jabeur selbst auch, was ihre Ziele aber nicht schmälert. Sie peilt die Top 15 zum Ende des Jahres an, irgendwann will sie die Nummer eins sein und Grand-Slam-Turniere gewinnen.

Und da sich "die Leute in Tunesien jetzt mehr für Tennis interessieren als früher", wachsen auch die Erwartungen von außerhalb. "Mit der vierten Runde bei einem Grand-Slam-Turnier sind sie nicht mehr zufrieden. Sie wollen, dass ich eines davon gewinne."

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