Wie wirkt sich die Coronakrise auf den Formel-1-Fahrermarkt aus?

Norman Fischer
motorsport.com

Die Coronakrise hat in der Formel 1 natürlich auch Auswirkungen auf den Fahrermarkt. Nur sechs Piloten besitzen aktuell einen Vertrag für das kommende Jahr, für alle anderen könnte die derzeitige Situation noch zum Problem werden - auch für Spitzenfahrer wie Lewis Hamilton und Sebastian Vettel.

"Ich glaube, die Idee ist bei allen Teams, auch bei uns, dass wir ein paar Rennen bestreiten und uns dann final zusammensetzen und entsprechende Entscheidungen treffen", sagt McLaren-Teamchef Andreas Seidl gegenüber 'Motorsport.com'.

Bei seinem Team scheint die Sache jedoch recht klar zu sein: Lando Norris ist noch ein weiteres Jahr gebunden, Carlos Sainz soll verlängern. "Was McLaren betrifft, ist unsere Zukunft ganz klar ausgerichtet auf Carlos und Lando - auch wenn es hier noch die finalen Gespräche geben muss", stellt Seidl klar. Daher sei Corona für McLaren nicht der große Einfluss wie bei anderen Teams.

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Probleme gibt es eher bei anderen. Fahrer aus der Formel 2 können sich aktuell ohne Rennen nicht für ein Cockpit empfehlen. Somit müssten Teams neue Fahrer entweder "blind" verpflichten oder eben den aktuellen Pool der Formel-1-Piloten zementieren. Hinzu kommt für Mick Schumacher & Co., dass sie möglicherweise ohne Saison auch keine Punkte für die Superlizenz sammeln können.

Routiniers wie Kimi Räikkönen könnten hingegen noch eine Saison dranhängen. Beim Weltmeister von 2007 wird von außen häufig darüber gesprochen, dass er seine Karriere nach den zwei Jahren bei Alfa Romeo beenden könnte - und zwar als neuer Rekordstarter der Formel 1.

Elf Rennen bräuchte der "Iceman" in dieser Saison, um mit Rubens Barrichello gleichzuziehen. Eine verkürzte oder gar ausgefallene Saison würde diesen Rekord natürlich vermasseln. Räikkönen könnte sich jedoch vorstellen, seine Karriere fortzusetzen - aber nicht wegen des Rekords, der ihn nicht interessiert. "Ich bin motivierter als je zuvor", sagt er gegenüber 'Corriere della Serra'.

Ein anderes Problem kommt auf Spitzenfahrer wie Lewis Hamilton und Sebastian Vettel zu. Zwar laufen sie nicht Gefahr, plötzlich kein Cockpit mehr in der Formel 1 zu finden, Vertragsverhandlungen werden dank der Coronakrise aber schwieriger.

Erst Anfang der Woche hatte Sebastian Vettel ein Vertragsangebot von Ferrari laut Medienberichten abgelehnt - auch weil er weniger verdienen soll. Doch in Zeiten von Corona dürfte das Geld nicht auf der Straße liegen - auch nicht für einen Lewis Hamilton, der für 2021 ebenfalls noch ohne Vertrag dasteht.

Weiterlesen:

Formel 1 2021: Übersicht Fahrer, Teams und Fahrerwechsel

Mit Bildmaterial von LAT.

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