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Dieses Chaos erzürnte nicht nur Red Bull

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Dieses Chaos erzürnte nicht nur Red Bull
Dieses Chaos erzürnte nicht nur Red Bull

Es war eine Szene, die beim chaotischen Grand Prix von Saudi-Arabien für Kopfschütteln sorgte.

Max Verstappen war beim Restart nach dem Crash von Mick Schumacher an Lewis Hamilton vorbeigefahren und hatte sich an die Spitze gesetzt. Allerdings hatte der Red-Bull-Pilot dabei die Strecke verlassen – und damit die Rennleitung auf den Plan gerufen. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Statt ihn aber zu bestrafen, fing Rennleiter Michael Masi an, mit Red Bull und Mercedes über Verstappens Startposition beim abermaligen Restart – mittlerweile hatte es nämlich schon wieder gekracht – zu verhandeln.

Formel 1 begibt sich auf einen Basar

Was wie eine Feilscherei auf einem arabischen Basar wirkte, sorgte nicht nur bei Helmut Marko für Unverständnis. „Ich habe gedacht, Regeln sind irgendwo fix. Und dann macht man da im Rennen Angebote“, wunderte sich Red Bulls Motorsportberater, sein Team aber nahm schließlich das Angebot unter Androhung einer Strafe gegen Verstappen an. (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)

Statt von Position eins startete der Niederländer also von Platz drei – neben Hamilton musste er auch noch Esteban Ocon vorbeilassen.

Ralf Schumacher: „Das muss ich mir merken“

Dass so ein Feilschen möglich ist, war auch für Ralf Schumacher neu. „Ganz toll finde ich übrigens die neue Verhandlungstaktik der FIA – man kann also neuerdings auch verhandeln, das muss ich mir merken“, sagte der Sky-Experte im AvD Motor & Sport Magazin auf SPORT1 mit einem süffisanten Unterton.

Es ist zwar durchaus üblich, mit einem Positionstausch eine ursprüngliche Rennsituation wiederherzustellen und damit eine Untersuchung durch die Stewards zu umgehen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

In diesem Fall aber war Masis Vorgehen mehr als unglücklich, weil er eben gleich mit zwei Parteien verhandelte und versuchte, alles unter einen Hut zu bekommen.

Masi macht Wirrwarr komplett

Herauskam ein Wirrwarr, wie es die Formel 1 in ihrer langen Geschichte nur selten erlebt hatte. Denn neben den Positionen für Verstappen und Hamilton musste ja auch noch Ocon vor dem erneuten Restart eingereiht werden.

Der Franzose hatte zuvor von der Auseinandersetzung zwischen den Titelrivalen profitiert und lag zum Zeitpunkt des Abbruchs zwischen Verstappen und Hamilton.

Masi ließ sich schließlich von Mercedes das Go dafür geben, dass Ocon das Feld beim folgenden Restart anführen werde. Auch Red Bull gab nach kurzer Bedenkzeit schließlich das Okay, dass sich Verstappen hinter Hamilton auf Platz drei einreiht. Verstappen verlor also zwei Positionen, obwohl er sich nur gegen Hamilton einen unlauteren Vorteil erschlichen hatte.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner war von dem Durcheinander so gefrustet, dass er sich für solche Situationen den früheren, mittlerweile verstorbenen Rennleiter Charlie Whiting zurückwünschte.

„Es fühlte sich heute so an, als würde Charlie Whiting der Formel 1 fehlen“, sagte der Brite: „Tut mir leid, aber die Erfahrung, die er besaß ...“

Diese Gedanken dürfte nicht nur er gehabt haben.

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