Gutes Omen für den WM-Traum - aber ein großes Sorgenkind

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Gutes Omen für den WM-Traum - aber ein großes Sorgenkind
Gutes Omen für den WM-Traum - aber ein großes Sorgenkind

Mit starken Nerven zum Déjà-vu in Riga: Unter enormem Druck haben sich die deutschen Eishockey-Nationalspieler wieder im Showdown gegen Lettland durchgesetzt und doch noch das WM-Viertelfinale erreicht.

Nach drei Niederlagen in Folge bezwang das Team von Bundestrainer Toni Söderholm die Gastgeber mit 2:1 (2:0, 0:1, 0:0) und darf weiter von der ersten WM-Medaille seit 68 Jahren träumen.

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In der ersten K.o.-Runde trifft die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) am Donnerstag auf die Schweiz (ab 15 Uhr LIVE auf SPORT1 im Free-TV und Livestream). Der Gegner weckt ebenfalls schöne Erinnerungen: Vor elf Jahren war gegen die Eidgenossen bei der Heim-WM erstmals seit 1953 der Sprung unter die besten Vier gelungen.

Peterka und Noebels treffen für DEB-Team

In der Arena Riga peitschten zwar knapp 1000 Fans Lettland nach vorne, weil wegen sinkender Coronazahlen erstmals Zuschauer zugelassen waren.

Doch vergeblich: Der starke Münchner Jungstar John Peterka (4.) und der Berliner Marcel Noebels (7.), der später verletzt ausschied, sicherten 1731 Tage nach dem entscheidenden Sieg in der Olympia-Qualifikation erneut einen wegweisenden Erfolg gegen die Letten, für die Rodrigo Abols (26.) traf.

Noebels war verletzungsbedingt vom Eis gegangen und hatte nicht weiterspielen können. Der 29-Jährige droht gegen die Schweiz auszufallen. "Ich bin eher pessimistisch", sagte Söderholm, ohne mit den Ärzten gesprochen zu haben.

"Das erste Drittel war sehr wichtig. Wir wussten, die Letten werden einen guten Start haben, gerade mit den Fans im Rücken. Mit dem ersten Tor war die Stimmung gleich ein bisschen raus und uns hat es Aufwind gegeben. Das 2:0 hat uns dann natürlich sehr gutgetan", analysierte Tom Kühnhackl nach der Partie bei SPORT1, richtete seinen Blick aber direkt nach vorne auf das Duell mit der Schweiz.

"Das wird ein gutes Spiel. Wir haben eine Rivalität gegen die Schweiz. Da hatten wir schon einige interessante Spiele in den letzten Jahren. Ab morgen bereiten wir uns darauf vor und freuen uns auf gute 60 Minuten", so der 29-Jährige.

Plachta: "Das gibt sehr viel Energie"

Matthias Plachta sagte: "In jedem Spiel ist es wichtig, einen guten Start zu haben. Wir sind gut reingekommen. Dann haben die Letten gedrückt und gedrückt, wir haben zu passiv gespielt. Im letzten Drittel haben wir es aber super verteidigt."

Auch der Mannheimer hatte bereits das nächste Spiel im Kopf: "Wenn du so ein knappes Spiel gewinnst, gerade so ein Do-or-Die-Spiel, gibt das sehr viel Energie. Wir werden das heute genießen und uns dann auf die Schweiz vorbereiten."

An selber Stelle hatte die deutsche Mannschaft am 4. September 2016 das Ticket für Pyeongchang gelöst: Damals hatte Tom Kühnhackl, der diesmal als nimmermüder Kämpfer voranging, den 3:2-Siegtreffer erzielt und damit die Silber-Sensation anderthalb Jahre später erst möglich gemacht.

Ein Endspiel um das WM-Viertelfinale war der Vorrundenabschluss gegen Lettland auch 2017 in Köln, als Frederik Tiffels den entscheidenden Penalty zum 4:3 verwandelte. Am Dienstag saß der künftige Münchner auf der Tribüne und drückte die Daumen.

Finnland leistet Schützenhilfe für Deutschland

Sechs Stunden vor dem ersten Bully hatte Titelverteidiger Finnland Schützenhilfe geleistet. Nach dem 3:2 gegen Kanada war klar, dass bereits ein Punkt zum Weiterkommen reichen würde.

"Es wird ein harter Kampf vor beiden Toren", hatte Söderholm prophezeit: "Der Wille spielt eine große Rolle, aber wir müssen auch organisiert sein." Zwischen den Pfosten stand wieder der Berliner Meistergoalie Mathias Niederberger, der gegen die Amerikaner eine Pause erhalten hatte.

Schon nach gut drei Minuten brachte der sehr auffällige Peterka die lautstarken Fans zum Schweigen. Mit einem Handgelenkschuss in den Winkel bescherte der 19-Jährige dem DEB-Team einen Start nach Maß.

DEB-Team übersteht kritische Phase

Der Torschütze sprach nach seinem Treffer bei SPORT1 von einem "super Gefühl. Die Halle ist gut gefüllt. Deswegen ist die Atmosphäre super. Da hat es mich erst recht gefreut. Wir haben von Anfang an gezeigt, dass wir hier ein gutes Spiel machen wollen."

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Die Berliner Reihe erhöhte nur wenig später auf 2:0. Lukas Reichel erkämpfte den Puck, Leo Pföderl passte vors Tor, Noebels vollendete mit seinem dritten Turniertor.

Danach waren Nehmerqualitäten gefragt: In vier Minuten Unterzahl warfen sich Söderholms Spieler immer wieder in die Schüsse der Letten und überstanden die kritische Phase schadlos. Ein völlig unnötiger Konter nach einem Fehler im Mitteldrittel ermöglichte den Gastgebern den Anschluss - und weckte die Zuschauer. Der Druck der Letten wuchs, Niederberger bekam immer mehr zu tun.

Überwinden konnten ihn die Letten aber nicht mehr.

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