Wolff: Motorenabteilung muss sich nach Cowells Weggang "neu erfinden"

Juliane Ziegengeist
motorsport.com

Mitte dieses Monats überraschte Mercedes mit der Ankündigung, dass der langjährige Leiter der Motorenabteilung Andy Cowell seinen Posten zum 1. Juli auf eigenen Wunsch räumen wird. Im gleichen Atemzug wurde ein neues Führungsquartett vorgestellt, das Cowells Aufgaben zukünftig übernehmen soll.

"Das hat zwei Seiten", kommentiert Mercedes-Teamchef Toto Wolff den Abschied von Cowell in einem Vodcast der Formel 1 und verrät: "Offensichtlich brauchte Andy eine neue Herausforderung, und ich verstehe das vollkommen. Er kam im Dezember zu der Entscheidung, dass er etwas anderes machen wollte."

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Für Mercedes-AMG High Performance Powertrain (HPP) war das ein Einschnitt mit weitreichenden Folgen, wie Wolff erklärt: "Es ging darum, HPP ohne diesen einen wichtigen Bezugspunkt neu zu erfinden, denn Andy ist sehr charismatisch, eine starke Führungspersönlichkeit, mit vielen Fähigkeiten."

Cowell wird dabei mithelfen und während einer Übergangsphase an der Seite des neuen Geschäftsführers Hywel Thomas arbeiten, der die direkte Verantwortung für die Formel-1-Power-Unit übernimmt. Thomas selbst ist seit 16 Jahren bei HPP. Seine interne Berufung ist Teil der Unternehmensphilosophie.

So betont Wolff, dass Mercedes sehr versiert darin sei, Stellen von innen heraus neu zu besetzen, wenn Schlüsselpersonen die Marke verlassen. "Wir haben das schon mal erlebt - mit Ross (Brawn), Bob Bell, Paddy Lowe, Aldo Costa, Mark Ellis, und wir waren immer in der Lage, sie durch die nächste Generation zu ersetzen."

Zugleich räumt Wolff ein: "Ebenso haben wir in der Vergangenheit festgestellt, dass es freie Stellen gab, die wir nicht intern ersetzen konnten. James Allison ist wahrscheinlich das Paradebeispiel, der vor einigen Jahren dazukam." Der Ingenieur verließ Mitte 2016 Ferrari und wurde 2017 neuer Technikdirektor bei Mercedes.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

Lesen Sie auch