Wolfsburgs Spieler sollten sich schämen

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Wolfsburgs Spieler sollten sich schämen
Wolfsburgs Spieler sollten sich schämen

Der Absturz des VfL Wolfsburg ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten.

Die Mannschaft, die sich im letzten Sommer für die Champions League qualifiziert hatte, ist in der Bundesliga jetzt sechsmal in Folge als Verlierer vom Platz gegangen und hat Sonntag in Bochum eine Riesenchance liegen lassen, vielleicht doch noch mal die Saison-Kurve zu bekommen. Nichts.

Wahrscheinlich werden sie nicht absteigen, weil dafür am Ende genug individuelle Qualität im Kader steht - aber genauso wahrscheinlich werden sie, gemessen an ihren Möglichkeiten, als eine der größten Losertruppen in die Geschichte eingehen. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Wolfsburg: Spieler wirken wie Zuschauer

Die Wolfsburger Spieler sollten sich was schämen für ihre Darbietungen. Wie Zuschauer wirken sie auf dem Platz in vielen Szenen, nicht wie Teilnehmer oder sogar Konkurrenten für ihre Gegner.

Das bedingungslose Dagegenhalten, was jeder kann, selbst wenn die Kunst blockiert ist, wäre der Mindestanspruch. Er lässt sich nicht attestieren. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Florian Kohfeldt, der zweite Trainer in dieser Saison, scheint machtlos gegen seine Spieler, die es ganz offensichtlich nicht für nötig erachten, zumindest konzentriert, mit Biss und einem dem Leistungsgedanken entsprechenden Anspruch an sich selbst zu Werke zu gehen. (Kohfeldt bekommt Gnadenfrist)

Sie suchen ständig den bequemeren Weg. Lieber nicht hingehen, ich könnte schlecht aussehen. Lieber nichts wagen, es könnte schiefgehen. Lieber nicht auffallen, sonst sieht mich noch jemand. Ein bisschen durchmogeln noch, bald ist Abpfiff.

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Das Dezember-Drama, als sich die Mannschaft nach dem verkrampften Ausscheiden aus der Champions League, immer weiter von der aktiven Spielteilnahme zurückzog, nahm in Bochum seine Fortsetzung.

Wolfsburg war Tabellenführer im September

Man mag es ja kaum mehr glauben: Der VfL Wolfsburg war Mitte September noch Bundesliga-Tabellenführer! Ungeschlagen bis zum 4. Spieltag.

Vermutlich war Bochum die heftigste aller Niederlagen bisher. Weil sie alles auf den Termin ausgerichtet hatten. Endlich mal in Ruhe trainieren und sich vorbereiten können.

Weil sie auch vom Corona-Chaos im Grunde verschont geblieben waren. Kurz: Weil sie alle Hoffnungen in das Spiel gelegt hatten.

Kohfeldt gegen Bochum verzweifelt

Bochum sollte der Neu-Start werden. „Wir werden einen anderen VfL Wolfsburg sehen“, hatte Kohfeldt angekündigt. Und stand dann in der Coaching-Zone, der Verzweiflung nahe, weil er sah, dass seine Auserwählten einfach nicht mitspielten.

Einige konnten nicht - andere wollten vielleicht auch nicht.

Das Abschneiden des VfL Wolfsburg scheint nicht ihre größte Sorge, der Karriereeinbruch, der persönliche Downgrade, gerade auch des eigenen Marktwerts - das ist für viele Spieler das größere Problem.

„Ich glaube, dem einen oder anderen ist der Austausch mit dem Berater im Moment wichtiger als der mit dem Trainerteam“, vermutet einer aus dem direkten Umfeld der Mannschaft und sieht ein Problem in der Einstellung.

„Seitdem die Ziele aus den Augen geraten sind, fehlt es vielen an den entscheidenden Prozenten. Die Motivation fällt vielen schwer, wenn es nichts mehr zu gewinnen gibt.“

Schmadtke räumt Fehler ein

Vielleicht hätten die Verantwortlichen in der kurzen Winterpause mehr verändern und auch mal ein Zeichen setzen müssen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Die „Planungsfehler“, die Fußball-Chef Jörg Schmadtke öffentlich einräumte, hätten korrigiert werden müssen. Motto: Wer hier nicht alles reinwirft, wirklich alles, der steht auch nicht mehr im Kader. Ein Thema, heißt es in Wolfsburg, waren solche Maßnahmen.

Samstag treffen die Wolfsburger mit Hertha auf einen anderen Großklub, der, da ist die Situation vergleichbar, ebenfalls weit unter seinen Möglichkeiten performt und nach der Heimpleite gegen Köln auch kaum Selbstbewusstsein hat.

Schön wird das Spiel nicht. Aber es kann noch ein allerletzte Chance sein für die Wolfsburger. Wenn sie ihre Lage in dieser Woche nicht erkannt haben - ja dann ist ihnen wohl gar nicht mehr zu helfen!

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp als Kolumnist die wöchentliche „Bundesliga-Kolumne“.

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