WSBK-Crewchief: Warum es in den 1990ern mehr Spitzenfahrer gab

Sebastian Fränzschky

Pete Benson kehrte in der Saison 2019 in die Superbike-WM zurück. Als Crewchief von BMW-Pilot Markus Reiterberger war Benson nicht ganz unumstritten. Bensons Qualitäten und Fähigkeiten stehen unabhängig davon außer Frage.

Der Neuseeländer arbeitete bereits mit Fahrern wie Valentino Rossi, Mick Doohan, Nicky Hayden oder Andrea Dovizioso zusammen und verhalf ihnen zu Erfolgen. Wir haben exklusiv mit ihm gesprochen und gefragt, wie sich in der Superbike-WM seit den 1990ern entwickelt hat.

"Es hat sich alles verändert", stellt Benson fest und erinnert sich an den extremen Hype, den die Serie vor 25 Jahren hatte: "Die Superbike-WM war damals viel beliebter. Man kam an die Rennstrecken und es waren 100.000 Zuschauer vor Ort. Heute ist niemand da. Was heißt niemand - sagen wir, es sind extrem wenig Zuschauer vor Ort."

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"Die Hersteller waren stärker involviert. Ich spüre, dass sich das wieder in diese Richtung entwickelt. BMW kam in dieser Saison zurück. Ducati hat ein Werksteam, Kawasaki auch. Honda wird 2020 richtig angreifen. Das hilft", ist Benson überzeugt.

Legenden wie Carl Fogarty, Troy Corser, Aaron Slight, Pierfrancesco Chili, Colin Edwards und Noriyuki Haga drückten den 1990ern ihren Stempel auf. Seit 2015 dominiert Jonathan Rea die Superbike-WM. "Die Dichte an Talent ist nicht so groß wie damals", stellt Benson fest.

Markus Reiterberger mit Crewchief Pete Benson

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Markus Reiterberger mit Crewchief Pete Benson LAT

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"Ich erinnere mich, dass früher alle in der Superbike-WM fahren wollten. Heute schauen die besten Fahrer ausschließlich auf den Grand-Prix-Sport. So ist es nun einmal. Mit Blick auf die komplette Organisation damals und das Profil der Serie wollten unterm Strich mehr Fahrer in dieser Serie fahren. Das stärkte die Meisterschaft", erinnert sich Benson.

"Es gibt auch heute noch starke Fahrer, doch am Ende sind nur wenige in der Lage, Rennen zu gewinnen. Damals gab es mehr Spitzenfahrer. Die Entwicklung der Superbike-WM ist ein bisschen unglücklich verlaufen", bedauert Benson. "Die Serie hat Höhen und Tiefen durchlebt. Wenn die Hersteller hart genug pushen, dann wird die Serie wieder den Weg nach oben finden."

Mit Bildmaterial von Carl Fogarty.

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