WSBK-Titel und MotoGP-Sieg: 2006 für Troy Bayliss "ein unglaubliches Jahr"

Sebastian Fränzschky
motorsport.com

Ende der Saison 2005 verlies Troy Bayliss nach drei durchwachsenen Jahren die MotoGP und kehrte in die Superbike-WM zurück. Es war gleichzeitig auch die Rückkehr zu Ducati. In dominanter Form holte Bayliss 2006 seinen zweiten WSBK-Titel und durfte Sete Gibernau beim MotoGP-Saisonfinale in Valencia ersetzen. Beim Gaststart gelang dem Australier das, was ihm in den Jahren zuvor nicht gelang: ein Sieg in der MotoGP.

"2006 war ein unglaubliches Jahr", erinnert sich Bayliss. "Wir gewannen die Meisterschaft und holten dann beim einmaligen Einsatz in Valencia den Sieg mit der MotoGP-Maschine. Es war das letzte Jahr mit der 1.000er-Ducati. Im Jahr darauf wechselte die MotoGP zu den 800ern. Wir begannen 2003 mit dem Projekt."

Bayliss ließ die versammelte MotoGP-Elite alt aussehen und verwies Ducati-Stammpilot Loris Capirossi auf Platz zwei. "Loris und ich holten die beiden ersten Plätze. Das gesamte Team war happy. Loris freute sich für mich. Er war ein großartiger Teamkollege. Ich lernte viel von ihm und habe großen Respekt vor ihm. Es war fantastisch", blickt Bayliss zurück.

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Kein dauerhaftes MotoGP-Comeback nach dem Sensationssieg

Der Grand Prix in Valencia sollte Bayliss' finale Vorstellung in der MotoGP sein. Nach dem Sieg in der Königsklasse fuhr er noch zwei weitere Jahre für Ducati in der Superbike-WM und eroberte 2008 seinen dritten Titel. Nach 52 Siegen in der Superbike-WM war Schluss.

Troy Bayliss gewann mit der 1098R den Titel und verabschiedete sich aus der WSBK

Troy Bayliss gewann mit der 1098R den Titel und verabschiedete sich aus der WSBK <span class="copyright">Ducati</span>
Troy Bayliss gewann mit der 1098R den Titel und verabschiedete sich aus der WSBK Ducati

Ducati

Bayliss genießt bei den Ducati-Fans einen besonderen Status, weil er mit drei unterschiedlichen Superbikes WM-Titel feierte. Welches Ducati-Superbike ist sein Favorit? "Ich mag die 999 sehr. Ich liebe sie alle, die 998, die 999 und die 1098. Ich gewann mit diesen drei Maschinen Titel. Sie bedeuten mir viel. Ich finde diese Motorräder nach wie vor sehr schön. Ich bin alt und mag ältere Maschinen. Ich mag die alten Zweizylinder", kommentiert die WSBK-Legende.

Emotionale Erinnerungen an die WSBK-Kultstrecken

Wehmütig wird Bayliss, wenn es um die Traditionskurse geht. "Monza hatte eine besondere Atmosphäre. Es war ein bisschen wie Hockenheim, weil es ein Kurs aus vergangenen Tagen ist. Die Strecke war so schnell. Es kamen irre viele Zuschauer und wenn man in der Schikane das Tempo herausnahm, konnte man sie hören", erinnert sich der dreimalige Superbike-Weltmeister.

Troy Bayliss erinnert sich gern an Brands Hatch, Monza und Imola

Troy Bayliss erinnert sich gern an Brands Hatch, Monza und Imola <span class="copyright">Ducati</span>
Troy Bayliss erinnert sich gern an Brands Hatch, Monza und Imola Ducati

Ducati

"Strecken wie Monza, Brands Hatch, Imola - das sind Kurse, auf denen man die Zuschauer hören kann, weil sie ziemlich nah an die Strecke herankommen. Es ist ziemlich beeindruckend, wenn man die Zuschauer hören kann, während man auf dem Motorrad sitzt", bemerkt Bayliss.

Aufsehen erregte Bayliss, als er 2015 im Alter von 45 Jahren spontan in die Superbike-WM zurückkehrte. Stammpilot Davide Giugliano fiel zu Saisonbeginn aus und Bayliss übernahm die Werks-Ducati des Italieners. Bei den Rennwochenenden in Australien und Thailand kassierte Bayliss in drei von vier Rennen Punkte und schaffte es ein Mal als Neunter in die Top 10.

Mit Bildmaterial von Ducati.

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