Wunder von Hamburg: "Das ist eine Sensation!"

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Wunder von Hamburg: "Das ist eine Sensation!"
Wunder von Hamburg: "Das ist eine Sensation!"

Der einstige Champions-League-Sieger HSV Hamburg ist zwar Geschichte.

Doch der Handball-Standort Hamburg gibt ab kommender Saison sein Comeback in der Bundesliga, und das nach einem sensationellen Durchmarsch von der vierten in die erste Liga in nur fünf Jahren. (NEWS: Alles zur HBL)

Martin Schwalb gehörte als Trainer zu den Erfolgsgaranten des "alten" HSV und ist als Vizepräsident auch maßgeblich am Aufstieg des neuen Klubs Handball Sport Verein Hamburg (HSVH) beteiligt.

Bei SPORT1 spricht er über die Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Verein, die Rückkehr des Handall-Standorts Hamburg und die nächsten Ziele.

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SPORT1: Hamburg ist zurück in der Bundesliga. Wie wichtig ist dieser Schritt für den Handball Sport Verein Hamburg und die Stadt?

Martin Schwalb: Wir sind ja nicht mehr der HSV Handball. Das ist mir ganz wichtig zu sagen. Wir sind ein neuer Verein. Durch die Insolvenz ist die GmbH des HSV damals zu Ende gegangen. Den Jugendhandball und die zweite Mannschaft haben wir aber mit ein paar Leuten und meiner Wenigkeit als eingetragenen Verein gerettet, weil wir den Handball als zu wertvoll in Hamburg erachtet haben. Wir haben es dann weiterlaufen lassen und haben es in der 4. Liga versucht am Leben zu halten. Dass es nun wieder so weit gekommen ist, ist eine Sensation. Der HSV Handball war eine super Zeit und es hilft sicher, dass durch den HSV viele Fans gewonnen wurden. Aber wir sind nicht mehr der HSV Handball. Deshalb kann man auch nicht die Ansprüche stellen, die man an den HSV Handball hatte. Wir müssen kleinere Brötchen backen. Der HSV Handball hat für den Sport aber viel bewegt und uns den Weg geebnet. Das wissen wir schon. (SERVICE: Alle Spiele und Ergebnisse)

Martin Schwalb: "Ohne Fans nicht möglich"

SPORT1: Wie haben Sie es als Verein in fünf Jahren aus der vierten Liga in die Bundesliga zurückgeschafft?

Schwalb: Ganz viel Kontinuität und ganz viel Schaffenskraft von einigen Menschen sind sicher der Grund. Wir haben auch von Anfang an gemerkt, dass die Fans uns unterstützen. Im Dezember 2016 in der 3. Liga hatten wir 10.000 Zuschauer. Das sind Momente, wo man bestätigt wird. Ohne die Fans wäre das nicht möglich. Natürlich waren viele vorher HSV Handball-Fans, das muss man auch sagen. Wir haben vielen jungen Spielern die Chance gegeben. Und die haben sich über die Maßen gut entwickelt. Das ist toll zu sehen. Und Toto Jansen hat natürlich als Trainer auch einen riesigen Anteil. Dieser Vereinszusammenhalt ist besonders. Wir wissen, dass wir vorsichtig und demütig sein müssen.

SPORT1: Sie haben die beste Zeit des Vereins miterlebt, Stichwort Champions-League-Sieg, dann aber auch den Niedergang von außen verfolgt, ehe sie beim Neuaufbau mithalfen - wie blicken sie auf die Achterbahnfahrt des Klubs zurück?

Schwalb: Ich war ja am Ende nicht mehr dabei, wie gesagt. Ich kam erst 2016 nach der Insolvenz zurück und habe mit Gunnar Sadewater und Marc Ebermann als Männer der ersten Stunde dann entschieden, wir wollen das zum Leben erwecken. Es war eigentlich nichts mehr drin. Trotzdem haben wir es versucht. (SERVICE: Tabelle der HBL)

Etablierung in der Bundesliga als größte Aufgabe

SPORT1: Sie hören ja nach der Saison bei den Löwen auf und kehren nach Hamburg zurück. Ist schon klar, welchen Posten sie dort übernehmen?

Schwalb: Ich war ja immer im Präsidium. Das werden wir aber noch genau definieren in den nächsten Wochen. Klar ist: Ich habe sehr viel mit Partnern und Förderern des Vereins zu tun und werde auch beim Sportlichen dabei sein. Ich will mit den Leuten, mit denen wir damals angefangen haben, noch mehr Leute begeistern.

SPORT1: Was genau sind die Ziele des HSV in naher und ferner Zukunft, wollen sie für die Bundesliga aufrüsten?

Schwalb: Die Etablierung in der Bundesliga ist die größte Aufgabe. Da werden wir alles für tun. Wir wissen aber, dass es sehr schwer wird. Ich habe ein Stück weit aber auch Vertrauen in die Jungs. Die haben sich immer weiterentwickelt. Niklas Weller war in der 4. Liga schon dabei und ist heute herausragend zum Beispiel. Uns ist also nicht Bange. Wir werden in schweren Situationen zusammenhalten. Der Sprung ist riesig, aber es wird bei uns keine großen Umwälzungen geben. Jogi Bitter, Manuel Späth, Nicolai Theilinger werden dazukommen. Und dann schauen wir, wo noch etwas passieren muss. Aber wir werden keine Mannschaft zusammenkaufen.

Fehler der Vergangenheit vermeiden

SPORT1: Wie kann verhindert werden, dass sich beim HSV die Geschichte nicht wiederholt und der Erfolg diesmal auf sicheren Beinen steht?

Schwalb: Man muss aus der Vergangenheit immer lernen. Wir haben eine ganz neue Chance und werden ganz genau darauf achten, dass wir keine Fehler machen. Ich will nicht bewerten, was damals schief gegangen ist. Das entspricht nicht meinem Charakter und es war wie gesagt beim HSV Handball damals eine unfassbar schöne Zeit. Wir lassen aber nun gerne Vorsicht walten.

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SPORT1: Abschließend: Im Hamburg träumen die Fans sicher schnell von vergangenen Erfolgen, vor allem, wenn der Fußballklub aktuell weniger Freude macht und Erfolge in der Bundesliga wie früher auch nach einem möglichem Aufstieg utopisch wären. Dürfen sich die Fans zumindest im Handball in einigen Jahren wieder Hoffnung auf den Titel machen?

Schwalb: Das ist natürlich völlig außerhalb unserer Vorstellungskraft. Wir schauen, dass wir überhaupt in der Liga bleiben. Aber wir sind Leistungssportler und würden alles mitnehmen. Es wäre aber mal schön beim Final4 in unserer Halle mal dabei zu sein, wenn die Auslosung extrem glücklich läuft und wir ein, zwei super Tage erwischen.

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