Xhaka: Mit einer Eigenart von Eberl hatte ich Probleme

Reinhard Franke
Sport1

Noch immer blickt Granit Xhaka gerne zurück, noch immer schwärmt er von seiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach.

"Gladbach ist in meinem Herzen, das wird immer so sein", sagt der inzwischen 27-Jährige im Interview mit SPORT1. Nicht nur deshalb, weil er dort seine Frau Leonita kennengelernt hat.

Die große Sympathie für seinen ehemaligen Verein, der am Donnerstag das goldene Jubiläum der ersten Meisterschaft durch die berühmte Fohlen-Elf feierte, ist weiterhin spürbar. Das gilt nicht zuletzt für Max Eberl – auch wenn eine Eigenart des Sportdirektors Xhaka ziemlich irritiert hat.

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Eberl war es, der Xhaka 2012 vom FC Basel an den Niederrhein lotste. Nach einem ersten Jahr mit Anpassungsschwierigkeiten folgte der Aha-Effekt. Xhaka reifte zum Leistungsträger. Als einer seiner "schönsten Momente" nennt er das Tor im rheinischen Derby am Karnevalssamstag gegen den 1. FC Köln zum 1:0. "Es war ein unfassbarer Wow-Moment. Dieses Tor ist sicher unter den Top drei meiner Karriere-Highlights."

Deshalb schwärmt Xhaka von Eberl

2016 machte Xhaka den nächsten Karriereschritt (hier spricht Xhaka im SPORT1-Interview über seine schwere Phase beim FC Arsenal). Sein Wechsel zum FC Arsenal in die Premier League spülte satte 45 Millionen Euro in die Gladbacher Vereinskasse. Viel Geld für die Borussia, die ihren Kader stets mit Augenmaß zusammenstellt.


Das ist ein Grund, weshalb Xhaka, wenn es um den Erfolgs-Architekten Eberl geht, ins Schwärmen gerät.

"Ich habe großen Respekt vor dem, was Max in Gladbach aufgebaut hat. Er ist für mich ein super Typ, als Mensch und auch als Manager. Er ist sehr offen und direkt, hilfsbereit und immer für die Spieler da. Auf dem Papier ist er Sportdirektor, aber er ist mehr als das, als Mensch habe ich ihn unglaublich schätzen gelernt", lobt Xhaka seinen früheren Chef. Eberl kenne den Fußball "in und auswendig" und habe "viele sehr gute Entscheidungen getroffen".

Klare Meinung über Favre und Rose

Dazu zählt für Xhaka unter anderem "die Verpflichtung von Lucien Favre". Über den aktuellen Trainer hat Xhaka auch eine klare Meinung: "Marco Rose passt, so wie ich das von außen sehe, perfekt zu Gladbach und der Idee, wie sie spielen wollen. Mit hohem Pressing und einer großen Laufbereitschaft, das ist das, was Gladbach unter Max Eberl ausmacht und was die Fans sehen wollen."

Es gab aber auch eine Eigenart von Eberl, mit der sich Xhaka schwertat. "Mit dieser defensiv-realistischen Einstellung hatte ich zu Beginn, als ich aus Basel kam, schon so meine Probleme. Ich kam ja von einem Klub, der in der Schweiz immer um die Meisterschaft und den Pokal mitgespielt hat und auch international vertreten war", sagt Xhaka.

Und dann habe er plötzlich Ziele vernommen wie "nicht absteigen" und "im Tabellen-Mittelfeld etablieren". Für Xhaka eine große Umstellung: "Da wollte ich natürlich eigentlich ganz woanders hin, ehrlicherweise".


Doch Xhaka räumt ein: "Im Endeffekt zeichnet das den Verein und seine Führung aus, sich immer realistisch einzuschätzen, die Mittel und den Kader stets auf machbare Ziele auszurichten. Und so ist man die letzten Jahre auch Schritt für Schritt erfolgreicher geworden und mittlerweile haben sich die Fohlen unter den Top 5 der Bundesliga etabliert."

Xhaka: Eberl kann überall seinen Job machen

Für Xhaka steht fest: Ob in der Premier League, beim FC Bayern, wo Eberl vor der Verpflichtung von Hasan Salihamidzic als Sportdirektor gehandelt wurde, oder sonstwo – Gladbachs Mastermind könne sich überall durchsetzen.

"Ich bin überzeugt, dass Max Eberl überall seinen Job machen kann”, sagt Xhaka: “Er kennt das Fußballgeschäft perfekt und hat eine Nase für das, was ein Verein und ein Kader brauchen."

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