Yamaha: Warum die alte M1 von Franco Morbidelli das bessere Motorrad war

Sebastian Fränzschky
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Yamaha sorgte in der MotoGP-Saison 2020 für einige Kontroversen. Neben der Geschichte um die illegalen Ventile irritierten vor allem die schwankenden Leistungen von Fabio Quartararo und Maverick Vinales, die mit der 2020er-M1 einige Probleme hatten. Rennleiter Lin Jarvis kann gut nachvollziehen, warum die 2019er-M1 von Franco Morbidelli am Ende für den Vizetitel gut war, während es kein anderer Yamaha-Pilot in die Top 5 der WM schaffte.

"Manchmal ist es besser, richtig mit dem Material zu arbeiten, das man zur Verfügung hat, anstatt ständig zu entwickeln und nach neuen Dingen zu suchen. Es geht immer um die Balance", bemerkt Jarvis und gesteht damit, dass die Yamaha-Piloten mit der 2020er-M1 einige Male vom richtigen Weg abkamen.

"Wir konnten sieben Rennen gewinnen. Vier davon gewannen wir mit der 2020er-Maschine", versucht Jarvis die Ehre der 2020er-M1 zu retten. Doch mit Fabio Quartararo, Maverick Vinales und Valentino Rossi hatte Yamaha drei Fahrer, die eine 2020er-M1 pilotierten, während die drei Siege mit der 2019er-M1 durch einen Fahrer entstanden.

"Statistisch gesehen konnten wir mit der neuen Maschine mehr Rennen gewinnen. Es hängt aber immer von der jeweiligen Strecke und den Bedingungen ab. Manchmal will man sich verbessern, verliert dabei aber in anderen Bereichen. Es ist schwierig, sich immer weiter zu verbessern", erklärt Jarvis.

"Als Werksteam muss man sich weiterentwickeln und kann nicht mit dem weitermachen, was man bereits hat, und dann erwarten, in der Zukunft konkurrenzfähig zu sein", stellt der Yamaha-Rennleiter klar und lobt gleichzeitig die Leistungen von Morbidelli: "Franco hat sich unglaublich gut geschlagen."

Über die Saison gesehen war die M1 nicht konstant schnell. "Das ist ein Problem, das wir bereits seit drei Jahren haben", ärgert sich Jarvis. "In einigen Jahren war es noch extremer als in diesem Jahr. Wir haben immer mit der Haftung zu kämpfen. Das wirkt sich auf die Traktion und auch auf das Bremsen aus."

"Das Motorrad ermöglichte nicht auf allen Strecken konstant gute Ergebnisse", bedauert der Yamaha-Rennleiter und stellt klar: "Das ist nicht auf das Problem mit den Ventilen zurückzuführen sondern auf eine andere grundlegende Konstruktion."

Mit Bildmaterial von LAT.