Mick Schumacher: Keine Testchance bei Ferrari oder Alfa Romeo, aber ...

Stefan Ehlen
·Lesedauer: 3 Min.

Mick Schumacher steht vor dem Aufstieg in die Formel 1. Offiziell besiegelt ist sein Wechsel zu Haas für die Motorsport-Saison 2021 zwar noch nicht, aber vieles deutet darauf hin, dass der deutsche Rennfahrer im kommenden Jahr für das US-Team fahren wird (Alle noch freien Cockpits für 2021 in der Übersicht!). Auch die Nominierung der Ferrari-Nachwuchsfahrer für den anstehenden Young-Driver-Test in Abu Dhabi spricht dafür.

Denn: Aus der Riege der aktuellen Ferrari-Junioren hat nur Schumacher bisher keinen bestätigten Platz beim Young-Driver-Test, während die Besetzung der Ferrari- und Alfa-Romeo-Cockpits für diese Probefahrten nun feststeht. Und einzig Ferrari-Kundenteam Haas hat sich bisher nicht zu den Probefahrten geäußert.

Wer aber fährt beim Young-Driver-Test für Ferrari und Alfa Romeo, wenn nicht Schumacher zum Zuge kommt? Die Antwort haben die beiden Teams nun in Form von Pressemitteilungen gegeben.

Schwarzman mit Testdebüt in der Formel 1

Das Ferrari-Werksteam gibt demnach seinen Nachwuchsfahrern Robert Schwarzman und Antonio Fuoco eine Chance.

Für Formel-2-Fahrer Schwarzmann aus Russland, aktuell Fünfter in der Gesamtwertung, ist es die erste Teilnahme an offiziellen Formel-1-Testfahrten. Er hatte erst im September 2020 zum ersten Mal überhaupt einen Grand-Prix-Rennwagen gesteuert, als Ferrari seine Junioren in Fiorano einen SF71H aus der Saison 2018 testen ließ.

"Das war schon unglaublich", sagt Schwarzman. "Jetzt kann ich es kaum erwarten, in das aktuelle Auto zu steigen und gemeinsam mit so vielen Fahrern, gegen die ich in der Formel 2 angetreten bin, auf die Strecke zu gehen. Ich werde jede Minute davon genießen."

Ferrari lässt den Simulator-Fahrer testen

Fuoco indes hat bereits mehrfach für Ferrari getestet, erstmals 2015 und zuletzt 2019. Er kommt auf über 1.400 Formel-1-Kilometer und verfügt damit schon über deutlich mehr Erfahrung, zumal er seit Jahren für Ferrari im Grand-Prix-Simulator sitzt.

"Jetzt freue ich mich darauf, wieder mal im echten Auto Platz nehmen zu können, nachdem ich so viele virtuelle Runden im SF1000 gedreht habe", sagt Fuoco. "Für jemanden in meiner Position ist es sehr nützlich, von Zeit zu Zeit die Korrelation zwischen Simulator und Rennstrecke hautnah zu erleben."

Für ihn als Italiener sei es darüber hinaus "eine Ehre, den roten Rennanzug anzuziehen und einen Ferrari auf der Rennstrecke zu bewegen", meint Fuoco. "Dieses Gefühl lässt sich immer nur schwer in Worte fassen."

Ilott zum zweiten Mal bei Alfa Romeo

Auch Callum Ilott kennt sich bereits aus in der Formel 1: Er hat schon 2019 in Barcelona für Alfa Romeo getestet und wird auch in Abu Dhabi für das Team fahren. "Ich bin dankbar für diese Gelegenheit", sagt der Brite.

"Jede Möglichkeit, ein Formel-1-Auto zu fahren, ist wichtig, damit ich weiter Erfahrung sammeln kann - und nicht nur im Cockpit, sondern auch in der Arbeit mit dem Team. Es gibt so viel zu lernen. Das will ich bestmöglich nutzen."

Auch Ilott fährt dieses Jahr in der Formel 2 und gilt zwei Wochenenden vor Schluss als schärfster Titelrivale von Tabellenführer Schumacher. Und Teamchef Frederic Vasseur hält große Stücke auf ihn: "Callum ist einer der vielversprechendsten jungen Fahrer. Das zeigt seine Leistung in der aktuellen Formel-2-Saison."

Ilott (für Haas) und Schumacher (für Alfa Romeo) hätten übrigens bereits beim Eifel-Grand-Prix in Aktion treten sollen. Beide waren für Freitagseinsätze im Freien Training vorgesehen gewesen, doch die Einheiten fielen aufgrund des schlechten Wetters ersatzlos aus. Nun gilt ein "Cockpittausch" von Ilott und Schumacher für den Young-Driver-Test in Abu Dhabi als wahrscheinlich.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.