Zak Brown: LMDh-Regeln könnten zu McLaren-Comeback in Le Mans führen

Gerald Dirnbeck
motorsport.com

Mit dem neuen Reglement, das in Kürze in allen Details präsentiert werden soll, haben ACO und IMSA eine gemeinsame Plattform geschaffen. In Zukunft soll es möglich sein, mit den LMDh-Regeln nicht nur in Le Mans und in der WEC anzutreten, sondern auch in den USA. Außerdem sollen die Kosten gedeckelt werden. Mit diesen Maßnahmen will man Hersteller und Teams anziehen und die Zukunft sichern.

Eines dieser Teams könnte McLaren sein. Parallel zur Formel 1 kehrt das britische Traditionsteam schon in die IndyCar-Serie zurück. Mit dem McLaren 570S gibt es zudem ein GT4-Auto für Kundensport. Dieses Auto ist beispielsweise im GT-Masters unterwegs. Doch wie steht es mit einer großen Rückkehr von McLaren in die Sportwagenszene?

Im Jahr 1995 hat McLaren mit dem F1 GTR-BMW die 24 Stunden von Le Mans gewonnen. Zudem kann McLaren auf eine erfolgreiche Geschichte in der ehemaligen CanAm-Serie in den USA zurückblicken. Zwischen 1967 und 1971 gewannen Bruce McLaren, Denis Hulme und Peter Revson die Meistertitel.

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Man muss Auswirkungen der Corona-Krise abwarten

"Ich denke, die neuen Regeln sind großartig", sagt McLaren-CEO Zak Brown im Podcast unserer 'Autosport'-Kollegen. "Man kann ihnen zu den gemeinsamen Regeln nur gratulieren, denn sie sind sehr ansprechend. Aber aufgrund der derzeitigen [Corona-]Situation gibt es momentan keine Gespräche, ob McLaren in weitere Rennserien einsteigen könnte."

"Aber abgesehen davon - machen es die neuen Regeln für McLaren interessant und haben wir den Wunsch, wieder Sportwagenrennen zu bestreiten? Absolut! Wir müssen aber abwarten, wie wir die derzeitige Krise überstehen und wie die Welt danach aussehen wird", gibt Brown zu Bedenken. "Und wie wird die Formel 1 aussehen?"

Ende der 1960er-Jahre dominierte McLaren die CanAm-Serie in den USA

Ende der 1960er-Jahre dominierte McLaren die CanAm-Serie in den USA <span class="copyright">Motorsport Images</span>
Ende der 1960er-Jahre dominierte McLaren die CanAm-Serie in den USA Motorsport Images

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"Wenn man eine neue Form von Motorsport in Angriff nimmt, geht es wie immer um das richtige Timing, die Vorbereitung und die Leistbarkeit. Aber die neuen Regeln können McLaren begeistern. Wir müssen eben abwarten, wie sich die Welt rund um uns herum entwickeln wird." Denn die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie spürt auch der Motorsport.

Aber auch in Zukunft werden die großen Aushängeschilder im internationalen Rennsport Gewicht haben. Das sind neben dem Grand Prix von Monaco die 500 Meilen von Indianapolis und die 24 Stunden von Le Mans. Alles Klassiker, die McLaren bereits gewonnen hat. "Aus McLaren-Sicht ist das unsere DNA", hält Brown fest.

Le Mans ist laut dem US-Amerikaner "extrem wichtig": "Es ist ein großartiges Rennen, ich liebe es. Ich bin mit United Autosports dort gefahren. Le Mans ist eine Fixgröße. Bei McLaren gibt es auch die Automobilsparte und Sportwagenrennen ergänzt sie. Wir haben ein erfolgreiches GT4-Programm und auf jeden Fall den Wunsch, nach Le Mans zurückzukehren."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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