Zak Brown sieht "keine Garantie, dass wir so viele Rennen fahren werden"

Juliane Ziegengeist
motorsport.com

Der verspätete Saisonstart der Formel 1 ist nur noch wenige Tage entfernt. Doch wenn die Teams und Fahrer am kommenden Wochenende in Spielberg ihr erstes Rennen des Jahres bestreiten werden, bleibt weiter unklar, wie viele davon es in der von Corona beeinträchtigen Saison 2020 tatsächlich geben wird.

Offiziell sind derzeit nur acht Grands Prix auf europäischen Boden terminlich fixiert. Weitere Bestätigungen sollen in den nächsten Tagen und Wochen folgen. Formel-1-Chef Chase Carey hat immer wieder betont, dass es mindestens 15 Rennen geben soll. Events außerhalb Europas sind allerdings noch nicht fix.

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Eine Ungewissheit, die alle belastet. Doch dass die Saison unter den gegebenen Umständen überhaupt wieder aufgenommen werden kann, zählt im Moment am meisten. Ganz ohne Rennen "wäre es sehr schwierig gewesen", sagt McLaren-Geschäftsführer Zak Brown in einer neuen Ausgabe des Podcasts 'F1 Nation'.

Brown: "Vorsichtig sein und Regeln befolgen"

"Es war für viele Teams sehr schwierig, auch für uns, nachdem wir das durchgemacht haben, was wir durchgemacht haben", erklärt er weiter. Umso größer sei die Erleichterung, dass Rennen gefahren werden können. "Aber ich glaube nicht, dass es eine Garantie dafür gibt, dass wir so viele Rennen fahren werden, wie wir hoffen."

Denn die Corona-Situation ist in vielerorts längst noch nicht unter Kontrolle. Und auch wenn der Rennbetrieb langsam wieder anläuft, bedeute das nicht automatisch, "dass das Leben wieder normal ist", weiß Brown. "Deshalb denke ich, dass wir sehr vorsichtig sein müssen, die Regeln befolgen und sehr konservativ sein müssen."

Trotzdem dürfe man sich den Spaß am Rennsport nicht verderben lassen, denn der Sport sei "ein großer Heiler auf der ganzen Welt", sagt Brown, der zum Neustart reges Interesse erwartet. "Die Einschaltquoten im Fernsehen werden sehr stark sein. Man konnte eine Zeit lang ja nur Wiederholungen von Sport ansehen."

Niedrigerer Kostendeckel der richtige Schritt

Mit Blick auf die Maßnahmen, die die Formel 1 angesichts der Krise ergriffen hat, zeigt sich der McLaren-CEO zufrieden. "Ich freue mich über das Ergebnis", sagt er in Bezug auf das überarbeitete Regelpaket, einschließlich der niedrigeren Budgetobergrenze ab 2021, die von 175 auf 145 Millionen Dollar korrigiert wurde.

"Ich denke, der Sport ist jetzt viel nachhaltiger, und ich denke, es wird den Sport wettbewerbsfähiger machen. Letztlich werden die Fans die Gewinner unserer 'Corona-Saison' beziehungsweise unserer Arbeit während der Rennpause sein", sagt Brown. Das wiederum komme am Ende des Tages allen zugute.

"Wenn die Fans gewinnen, gewinnt der Sport. Denn wir werden mehr Fans haben, neuere Fans, die das Fernsehen ankurbeln werden, die Länder antreiben werden, die mehr Grands Prix haben wollen, die mehr Sponsorpartner antreiben werden, die sich uns anschließen wollen. Das ist ein großer Erfolg für die Industrie."

Sainz und Norris auch ohne privaten Test bereit

Bevor sich diese Entwicklung bewahrheiten kann, gilt es, die besagte "Corona-Saison" zu bewältigen. McLaren ist dabei eines von vier Teams (neben Haas, Alfa Romeo und Williams), das im Vorfeld auf einen Privattest verzichtete, also weder sein aktuelles Auto noch das Modell von 2018 auf die Strecke brachte.

Einen Nachteil sieht Brown für seine beiden Fahrer Carlos Sainz und Lando Norris darin nicht: "Sie sind großartige Athleten, und beide denken: Fünf Runden, dann sind sie wieder im Rennen. Ich denke, wenn man auf dem Niveau ist, auf dem sie sind, dauert es nicht lange, bis sie wieder voll auf dem Gaspedal stehen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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