"Die Zeit war aufreibend": Dramatische Tage für Ovtcharov

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"Die Zeit war aufreibend": Dramatische Tage für Ovtcharov
"Die Zeit war aufreibend": Dramatische Tage für Ovtcharov

Tischtennis-Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov (Düsseldorf) hat zu Beginn des Krieges in der Ukraine dramatische Tage erlebt. "Es hat lange gedauert, bis wir meine 85 Jahre alte Oma aus ihrer Wohnung in Kiew zu uns holen konnten", berichtete der 33-Jährige im SZ-Interview: "Freunde haben sie spontan im Auto mitgenommen, sie hatte nur ihre Handtasche und ihren Pass dabei."

Ovtcharov, in Kiew geboren und Sohn eines früheren sowjetischen Nationalspielers, hat der Angriffskrieg Russlands zutiefst schockiert. "Erst mal habe ich tagelang an Tischtennis überhaupt nicht denken können. Die Zeit war aufreibend", sagte der Olympiadritte: "Hier in Düsseldorf haben wir uns auch um Familien aus der Ukraine gekümmert, haben ihnen zum Beispiel Wohnungen organisiert."

Seinen Vertrag beim russischen Verein Fakel Orenburg hatte Ovtcharov nach zwölf Jahren gekündigt. "Am ersten Tag des Krieges war uns klar: Jetzt geht es nicht mehr", sagte er: "Obwohl die Menschen im Verein nichts mit dem Krieg zu tun haben, mussten wir klar Stellung beziehen. (...) Wenn es auch nur einen winzigen Teil dazu beiträgt, dass der Krieg endet, hat es sich gelohnt."

Ovtcharov spielt in der kommenden Saison vornehmlich in der Champions League und im Pokal für den TTC Neu-Ulm. Angesichts langwieriger Knöchelprobleme ist er allerdings noch nicht richtig fit. "Ich spiele aus Vorsicht mit einem Schutz am Fuß und bewege mich auch noch nicht maximal, weil ich einen weiteren Rückschlag unbedingt vermeiden will", sagte er. Er plane sein Comeback für Anfang Juli.

Mit Orenburg, das maßgeblich vom russischen Gaskonzern Gazprom finanziert wird, gewann der zweimalige Europameister neben mehreren nationalen Titeln sechsmal die Champions League. Mittlerweile ist der Verein wegen des Krieges bis auf Weiteres von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen.

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