Hat Dortmunds leidige Debatte ein Ende?

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Hat Dortmunds leidige Debatte ein Ende?
Hat Dortmunds leidige Debatte ein Ende?
Hat Dortmunds leidige Debatte ein Ende?

Der Sieg in Leverkusen war einmal mehr ein Spektakel in schwarz-gelb, er war ein Big Point und vielleicht auch das Ende einer Debatte, die in Dortmund alles andere als gern gesehen ist. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Es geht um die „Mentalitätsscheiße“, wie sie mit Marco Reus ein zu dieser Zeit aufgebrachter BVB-Kapitän einst am Sky-Mikrofon bezeichnete. Das war in der vergangenen Saison nach der immer wiederkehrenden Frage, ob Borussia Dortmund ein Mentalitätsproblem habe.

„Über solche Spiele sollte man sich freuen“, sagte Jörg Schmadtke, Geschäftsführer Sport des VfL Wolfsburg, nach dem rasanten 4:3 der Dortmunder in Leverkusen im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1. „Ein Sieg für die Moral“, befand SPORT1-Experte Stefan Effenberg in der Diskussionsrunde.

Haaland reißt den BVB mit

Beide Aussagen kann man unterstreichen und letztere dürfte den Schwarz-Gelben besonders wichtig sein. Immerhin war von fehlender Mentalität nun wirklich nichts zu erkennen. Dreimal geriet der BVB in Rückstand, dreimal glich die Borussia aus und kam dann per Elfmeter, den Erling Haaland verwandelte, sogar noch zum Siegtreffer.

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Der Norweger ist ein Hauptgrund dafür, dass der unbedingte Siegeswille in Dortmund zurück ist. Klar, der Shootingstar war auch schon in der letzten Saison da. Doch seine Präsenz auf dem Rasen ist noch einmal stärker geworden und mit seinen Toren und seiner spektakulären Spielweise reißt der 21-Jährige seine Teamkollegen mit.

Mit dieser Naturgewalt scheint der BVB einen Joker zu haben, den er zuvor in einem möglichen Meisterrennen nicht hatte. Die Kombination aus Qualität aus Mentalität ist bei Haaland einfach nur beeindruckend. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Zorc beendet Mentalitäts-Debatte

„Das war ein fantastisches Fußballspiel mit tollen Offensiv-Reihen. Natürlich haben auch Fehler auf beiden Seiten das Spiel entschieden“, analysierte Michael Zorc bei SPORT1 den Statement-Sieg.

Dortmunds Sportdirektor machte klar, dass er die Mentalitätsdebatte für beendet hält: „Für mich ist es bei allen Fehlern, die wir gemacht haben, außerdem entscheidend, dass die Mannschaft drei Mal einen Rückstand aufgeholt hat. Das ist Borussia Dortmund in seiner langen Geschichte nicht oft gelungen. Die Frage nach der Mentalität muss man bei Borussia Dortmund also nicht mehr stellen.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Wenn der BVB die mentale Einstellung aus dem Spiel gegen Leverkusen beibehalten kann, dann dürfte Zorc mit dieser Ansage nicht ganz falsch liegen. Allerdings haben die Westfalen ein anderes Problem: die Defensive.

BVB zu abhängig von der Offensive

„Die Offensive wird nicht jedes Spiel drei oder vier Tore schießen“, stellt Effenberg klar. „In Freiburg war es nur eines, und das Spiel haben sie verloren. Sie brauchen Kontinuität. Wenn sie diese schaffen, dann können sie den Bayern gefährlich werden.“ Die Message ist klar: Die Borussia ist zu abhängig von Haaland und den anderen Offensiven.

Neun Gegentore hat der BVB in den ersten vier Bundesligaspielen kassiert. Den SPORT1-Experten erinnert das an die letzte Saison von Borussia Mönchengladbach unter dem aktuellen BVB-Coach Marco Rose: „Im letzten Jahr hat Rose mit Gladbach 56 Gegentore bekommen, es ist ein Stück weit schon Philosophie. Er ist offensiv ausgerichtet, darf das Hinten aber nicht vergessen. Das ist die große Herausforderung von Rose, um in der Bundesliga und international zu bestehen.“

Auch Zorc ist das Problem in der Defensive bewusst. „Natürlich müssen wir über das Thema Restverteidigung sprechen. Wir hatten auch wieder zu viele einfache Ballverluste. Das müssen wir abstellen“, erklärte der 59-Jährige mit einem Aber: „Insgesamt ist es mir aber lieber, wenn wir mit einem Spektakel gewinnen! Wir lagen in nahezu allen Statistiken vorne. Der Sieg war verdient!“

Bei der defensiven Stabilität kann den Dortmundern Abwehrchef Mats Hummels helfen, der zum Saisonstart wegen Problemen an der Patellasehne fehlte und schmerzlich vermisst wird.

„Es läuft ganz gut. Wir sind im Austausch und hören auch auf den Rat der Ärzte. Er hatte wenig Trainingszeit und kaum Vorbereitung“, gab Rose bei der Pressekonferenz vor dem Spiel in Leverkusen einen Einblick: „Wir müssen da jetzt eine basteln und ihn fit bekommen. Das ist eine Herausforderung, aber wir gehen das jetzt an.“

Vielleicht ist Hummels unter der Woche zum Start der Champions League sogar schon wieder ein Thema für den Kader. Am Mittwoch tritt der BVB bei Besiktas Istanbul an. Zorc gibt die Marschroute vor: „Unsere Zielsetzung ist eindeutig. Wir wollen weiterkommen und brauchen zum Start einen Sieg in Istanbul!“

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