Zorc hadert – und schwärmt von Lewandowski

Patrick Berger
·Lesedauer: 2 Min.

Wieder war es nichts!

Auch im vierten Anlauf können die Dortmunder in der Bundesliga nicht gegen den FC Bayern gewinnen.

Trotz strahlend blauem Himmel und herrlichem Sonnenschein über Dortmund wollte Michael Zorc am Tag danach nicht so richtig glücklich werden. Der BVB-Sportchef haderte mit dem Ausgang der Partie. Das Spiel, das letztlich trotz 1:0-Führung in einer 2:3-Niederlage endete, habe "leider kein schönes für Ende" gehabt, sagte der 58-Jährige im Gespräch mit SPORT1. Deshalb könne man "den schönen, sonnigen Tag heute nur halb genießen".

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Statistisch gesehen waren die Borussen den Bayern in vielen Belangen sogar überlegen: Mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, mehr gewonnene Zweikämpfe – und trotzdem verlor man am Ende wieder. Zorc lieferte gleich mehrere Gründe für die erneut bittere Pleite gegen den Rekordmeister. "Wir hatten sehr gute Szenen im Umschaltspiel. Oft haben wir den letzten Pass allerdings nicht präzise genug ausgespielt. Es waren so viele Möglichkeiten und Lücken da, die wir final nicht genutzt haben."

Zorc: Bayern vor allem glücklicher

Die Bayern seien am Ende "im Abschluss vielleicht etwas konsequenter, aber vor allem auch glücklicher" gewesen. "Alle drei Tore waren abgefälscht", meint Zorc. "Das Glück war nicht unbedingt auf unserer Seite."

Als "Knackpunkt" bezeichnete der Sportdirektor die Minuten rund um die Halbzeit. "Wir kassieren zu einem psychologisch ungünstigen Zeitpunkt das 1:1", resümiert er, "lassen nach Wiederanpfiff die Riesen-Chance durch Haaland aus, als er rechts durch war und zu ungenau auf die zwei freien Spieler im Strafraum ablegte, und kassieren prompt das 1:2."

Robert Lewandowski brachte die Bayern mit einem herausragenden Kopfball nach der Pause in Führung. Der 32-jährige Pole traf damit zum wiederholten Male gegen seinen Ex-Klub (2010-2014). Europas Fußballer des Jahres schoss sein 17. Tor im 13. Spiel gegen Dortmund.

BVB-Boss schwärmt von Lewandowski

"Das war ja im Grunde genommen gar keine richtige Chance", meint Zorc. "Robert Lewandowski hat diesen Kopfball einfach weltklasse gemacht. Den machen nicht viele Spieler. Ab da ist das Spiel für uns in die falsche Richtung gelaufen."

Den 103. Klassiker bezeichnete Zorc rückblickend als "ein sehr gutes Fußballspiel mit einer sehr hohen Leistungsdichte auf dem Platz. Dieses Spiel hätte ich gerne vor 80.000 Fans gesehen, da wäre richtig Stimmung in der Bude gewesen."

Zorc abschließend: "Es war total eng. Wir hatten in der 87. Minute noch die große Chance durch Marco Reus auf das 3:3. Ein Unentschieden wäre, glaube ich, auch gerecht gewesen. Hätte, Wenn und Aber gibt es im Fußball aber bekanntlich nicht. Wir müssen nun mit diesem schlechteren Ende leben."