Zorc verteidigt Reus - Hamann äußert sich erneut

SPORT1
·Lesedauer: 2 Min.

Marco Reus hat lange auf sein Comeback hingearbeitet. Wieder mal.

Eine triumphale Rückkehr ist der nächste Anlauf des Superstars von Borussia Dortmund bisher aber nicht. In bisher neun Spielen stand der Kapitän kein einziges Mal über 90 Minuten auf dem Platz. Auch gegen Zenit St. Petersburg in der Champions League musste Reus wieder vorzeitig vom Platz - und reagierte sichtbar entnervt.

Tippkönig der Königsklasse gesucht! Jetzt zum SPORT1 Tippspiel anmelden

Äußern wollte sich der 31-Jährige nach dem dringend benötigten 2:0-Sieg der Schwarz-Gelben nicht. In der Öffentlichkeit wurde Reus schon vor dem Spiel angezählt, in Person von Dietmar Hamann. Der Ex-Profi und TV-Experte hatte unter anderem behauptet, dass Dortmund derzeit "ohne Reus besser" sei.

Zorc sieht aufsteigenden Trend bei Reus

Michael Zorc stellte sich im Gespräch mit den Ruhrnachrichten vor den Spielführer: "Er wird nach seiner langen Pause mit jedem Spiel besser. Das tut uns gut", sagte der Sportliche Leiter des BVB. Er verstehe die Diskussion um Reus nicht.

"Dass Marco nach so einer langen Pause nicht jedes Spiel von Anfang an über 90 Minuten machen kann, ist jedem klar", erklärte Zorc.

Hamann selbst, der die Diskussion erst los getreten hatte, äußerte sich in seiner Kolumne bei Sky erneut zum Fall Reus - und schlug dabei etwas andere Töne an. Mit Blick auf das Zenit-Spiel erklärte er: "Ich würde ihn aus der Kritik rausnehmen und ihn in Schutz nehmen. Wenn die ganze Mannschaft so einen blutleeren Auftritt hinlegt, ist es für einen Einzelnen schwer, ein Spiel zu entscheiden."

Hamann: Binde für Reus ein Bürde

Er wolle auch klar stellen, dass er Reus nicht kritisiert habe: "Ich habe ihm weder seine spielerischen, noch seine Führungsqualitäten abgesprochen." Fakt sei, dass Reus "im Moment sehr mit sich selbst beschäftigt ist, weil er nach einer Verletzung wieder zurückgekommen ist." Die Kapitänsbinde sei für ihn mehr "Bürde als Inspiration".

Hamann weiter: "Als Kapitän hast du die Aufgabe, deine Nebenleute anzuspornen und zu inspirieren. Der Aufgabe kann er im Moment nicht gerecht werden." Diese Aussage wolle er aber nicht als Vorwurf oder Kritik verstanden wissen.

Auch er habe "größtes Interesse" daran, dass ein Marco Reus gut spiele. Auch mit Blick auf die deutsche Nationalmannschaft.

Zuvor hatte er BVB-Trainer Lucien Favre ein Problem prophezeit, sollte er Reus weiterhin in die Startelf berufen: "Es ist ja nicht die Wohlfahrt. Ich kann keine Entscheidung treffen, nur damit sich ein Spieler wohlfühlt oder um ihn nicht zu verärgern. Man muss machen, was am besten für die Mannschaft und den Verein ist."