Zverev verrät: Das ist meine Partnerin in Tokio

Kai Hartwig
·Lesedauer: 4 Min.
Zverev verrät: Das ist meine Partnerin in Tokio
Zverev verrät: Das ist meine Partnerin in Tokio

Am Montagmorgen wirkte Alexander Zverev sehr entspannt, als er auf der Anlage des MTTC Iphitos einer kleinen Presserunde Rede und Antwort stand.

Bei den BMW Open in München will sich Zverev für die nahenden French Open in Form bringen. Wie bei so vielen Sportevents der letzten Monate muss auch hier auf Zuschauer verzichtet werden.

Das Freiluft-Turnier bei Sonne und gutem Wetter bestreitet Zverev trotzdem gerne: "Ich will es einfach genießen, ob mit oder ohne Zuschauer."

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Hier kann sich Deutschlands bester Tennisspieler auf dem Tennisklubgelände frei bewegen. Das war coronabedingt zuletzt nicht immer so. Beim Turnier in Rotterdam Anfang März hatten die Einschränkungen der Bubble besonders an ihm gezehrt.

"Es war für mich so depressiv. Es war ein Hallenturnier. Wir durften nicht raus, nicht spazieren, nicht an die frische Luft. Du warst eine Woche lang einfach nur im Zimmer oder in dieser dunklen Halle. Das ist für den Kopf schwer, dann musst du auch noch deine beste Leistung abliefern. Das konnte ich nicht. Selbst ich musste mir eingestehen‚ dass ich dafür mental nicht stark genug bin", sagte Zverev.

Ellbogenverletzung plagt Zverev

In München plagen Zverev vielmehr körperliche Beschwerden, der Deutsche hat mit einer Ellbogenverletzung zu kämpfen.

"Ich habe momentan keine Schmerzen. Ich mach aber noch langsamer, schlage jetzt nicht mit 230 km/h auf", sagte Zverev. Er wolle nun Tag für Tag schauen, wie der Ellbogen reagiert.

Erstmals seien die Schmerzen am Arm bei den French Open im vergangenen Jahr aufgetreten. Diese waren wegen der Corona-Pandemie 2020 in den Herbst verschoben worden und fanden erst Ende September bis Anfang Oktober statt. Die niedrigen Temperaturen und feuchten Bedingungen in Paris führten zu schweren Bälle, was die Beschwerden bei Zverev hervorgerufen haben könnten.

"In Miami in diesem Jahr war es an dem Punkt, wo ich den Schläger nicht mehr halten konnte", schilderte Zverev. Er habe schon zuvor mit Schmerzmitteln gespielt.

Zverev peilt Turniersieg bei BMW Open an

In München soll ihn das aber nicht vom Turniersieg abhalten. Als an eins gesetzter Spieler sei dies das logische Ziel. Allerdings gab Zverev offen zu, dass er in den vergangenen Jahren auch mit dem Druck eines Top-Ten-Spielers zu kämpfen hatte.

"2019, 2020 wusste ich nicht, wie ich damit zurechtkomme. Ich war zwar noch Nummer sieben in der Welt, aber es war nicht das Jahr wie 2017 und 2018", sagte der 23-Jährige.

Er habe sich selbst auferlegt, jedes Jahr besser zu werden zu müssen. Nun fokussiert sich Zverev auf einzelne Turniere und darauf, wie er die gewinnen kann. Leistungsschwankungen werfen ihn nicht mehr aus der Bahn, solange trotzdem ein paar Titel dabei rausspringen.

Zverev: Olympia-Mixed mit Kerber

Sein Fokus liege auf den Grand-Slams und den Olympischen Spielen. In Tokio will er mindestens in zwei Konkurrenzen antreten.

Neben dem Einzel plant Zverev auch die Teilnahme im gemischten Doppel. "Mixed spiele ich mit Angie (Angelique Kerber; Anm. d. Red.)", so Zverev. Im Herren-Doppel wolle er abwarten, ob French-Open-Sieger Andreas Mies rechtzeitig fit wird und ihm sowie dessen Partner Kevin Krawietz den Vortritt lassen.

Eine Impfpriorität für deutsche Olympiasportler sieht Zverev derweil skeptisch. "Ich habe das Angebot, aber ich finde, es gibt wichtigere Menschen, die geimpft werden sollten als Olympiasportler", sagte Zverev.

Zverev gegen neuen Davis Cup

Auch beim Thema Davis Cup legte sich Zverev fest. Dem neuen Modus mit mehreren Gruppenspielen in wenigen Tagen konnte er wenig abgewinnen. Zverev will deshalb im Viertelfinale gegen Österreich und Serbien nicht spielen.

"Ich habe den ATP Cup gespielt, für mich ist das dasselbe", sagte er. "Ich hoffe, dass sie wieder zum alten System zurückkehren, mit Emotionen, mit Leidenschaft, mit Passion."

Dagegen seien "Gruppenspiele, wo wir jeden Tag gegen einen neuen Gegner spielen", nicht sein Ding. Zverev hatte sogar einen Verbesserungsvorschlag: "Wir sollten es wie bei der Fußball-WM machen. Ein Mal alle zwei oder vier Jahre das Ding groß machen, in verschiedenen Städten in einem Land."