Warum der MVP das beste BBL-Team nur als Underdog sieht

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Warum der MVP das beste BBL-Team nur als Underdog sieht
Warum der MVP das beste BBL-Team nur als Underdog sieht

Der beste Spieler der Liga beim besten Team der easyCredit BBL - und vor zwei Jahren noch in der 2. Liga!

Allrounder Jaleen Smith hat einen steilen Aufstieg hingelegt und wurde in dieser Saison mit seinen 15,7 Punkten, 5,6 Assists und 5,3 Rebounds im Schnitt folgerichtig zum MVP gekrönt. (NEWS: Nicht nur MVP! Doppelter Jubel bei Riesen)

Gleichzeitig führte der 26 Jahre alte Guard seine MHP RIESEN Ludwigsburg zur besten Bilanz in der BBL, als topgesetztes Team starten die Baden-Württemberger gegen Ex-Serienmeister Brose Bamberg in die Playoffs. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan der easyCredit BBL)

Die Playoffs der easyCredit BBL - MHP RIESEN Ludwigsburg - Brose Bamberg heute 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im Stream)

Vor dem Auftakt der K.o.-Duelle spricht der frisch gebackene MVP im SPORT1-Interview über seinen Aufstieg, Ludwigsburgs Stärken und verrät, warum sich die Riesen trotz Platz 1 nur als Underdog sehen. (SERVICE: Tabelle der easyCredit BBL)

"Sind immer noch der Underdog"

SPORT1: Mr. Smith, wie fühlt es sich jetzt an, mit den Riesen als bestplatziertes Team der Liga in die Playoffs zu gehen?

Jaleen Smith: Es fühlt sich richtig gut an. Das ganze Team wird versuchen, möglichst weit zu kommen. Für mich sind wir, obwohl wir top gesetzt sind, aber immer noch der Underdog. Wir müssen uns in diesen Playoffs beweisen.

SPORT1: Vor der Saison hat Ludwigsburg viele gute Spieler verloren. Wie kommt es, dass Sie trotzdem die reguläre Saison gewinnen konnten?

Smith: Wir hatten viele Jungs, die hervorgetreten sind. Wir hatten Jordan Hulls, Barry Brown Jr., Desi Rodriguez, Jamel McLean - ich könnte noch mehr aufzählen. Wenn ein paar Jungs nicht ihr bestes Spiel gemacht haben, sind andere eingesprungen und haben die Lücke gefüllt. Das war unser Erfolgsgeheimnis in dieser Saison.

SPORT1: Welche Ziele haben Sie sich für die Playoffs gesetzt?

Smith: Ich will versuchen, alles zu gewinnen. Das ist der Grund, warum ich zurückgekommen bin, um den 1. Platz in der regulären Saison zu erreichen und zu versuchen, die Meisterschaft mit der Mannschaft zu gewinnen.

Smith: "MVP-Titel ist eigentlich eher eine Team-Sache"

SPORT1: Sie sind jetzt der MVP der BBL. Was haben Sie getan, um sich in dieser Saison – im Vergleich zur vorherigen - individuell derart zu verbessern?

Smith: Ich bin in ein Team und eine Liga zurückgekommen, in der ich wusste, was mich erwartet. Das hilft sehr. Es hilft auch, wenn die Mannschaft einfach gewinnt. Der MVP-Titel ist eigentlich eher eine Team-Sache, und es geht ums Gewinnen. Wenn wir nicht in die Playoffs gekommen wären, hätte ich gar keine Chance auf den Titel gehabt. Und das wiederum liegt daran, dass verschiedene Spieler hervorgetreten sind, selbst wenn ich Probleme hatte, sind andere Jungs da gewesen und haben uns geholfen zu gewinnen.

SPORT1: Apropos Verbesserung: Vor nicht allzu langer Zeit haben Sie noch in der 2. Liga in Heidelberg gespielt. Können Sie uns von Ihrem Weg von dort zum MVP in der BBL erzählen?

Smith: Einfach dranbleiben, demütig bleiben. Ich habe mir den Arsch aufgerissen. Ohne Josh King (Assistenztrainer, Anm.d.Red) hätte ich diese Chance nicht gehabt. Josh kam in meinem letzten Jahr nach Heidelberg. Er hat meinen Namen an den Cheftrainer in Ludwigsburg weitergegeben und mir die Chance gegeben.

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Defensiv-Guru Patrick: "Daran glaube ich zu 100 Prozent"

SPORT1: Ihr Trainer John Patrick legt sehr viel Wert auf die Verteidigung. Wie wichtig ist das für Ihren Erfolg?

Smith: Es heißt immer: "Die Offense gewinnt Spiele, die Defense Meisterschaften". Daran glaube ich zu 100 Prozent. Jeder in unserem Team folgt dieser Philosophie. Die Defense kommt zuerst. Und was auch immer mit unserer Defense passiert, wirkt sich direkt auf unsere Offense aus.

SPORT1: Erster Gegner in den Playoffs ist Brose Bamberg. Vor zwei Wochen haben Sie gegen Bamberg verloren. Was haben Sie aus dieser Niederlage gelernt? Was müssen Sie dieses Mal besser machen?

Smith: Wir müssen einen besseren Start hinlegen. Sie lagen nach dem ersten Viertel mit 15 Punkten in Führung. Und danach, in den letzten drei Vierteln, haben wir sie tatsächlich geschlagen. Einfach raus gehen, bereit sein zu spielen, mit dem Ziel im Rücken, wie ein Außenseiter zu agieren, das spielt eine große Rolle.

SPORT1: Sie hatten auch einige gute Angebote von anderen Teams in Europa. Warum haben Sie sich entschieden, in Ludwigsburg zu bleiben?

Smith: Ich will versuchen, die Meisterschaft in Deutschland zu gewinnen. Ich will einfach versuchen, die Führungsrolle zu übernehmen. Letztes Jahr war ich so etwas wie der fünfte oder sechste Spieler, der nicht so viele Ballkontakte bekam wie andere Spieler. Die Situation, das Team, der Trainer, das Umfeld sind mir vertraut. Ich versuche einfach, mich zu steigern, den nächsten Schritt zu machen und eine Führungsrolle zu übernehmen.

Jetzt konzentrieren sich Bayern und ALBA komplett auf die Liga"

SPORT1: Sie sagten, Sie fühlen sich als Außenseiter. Woher kommt das, sie sind das topgesetzte Team!

Smith: Der FC Bayern und ALBA Berlin sind immer im Gespräch um die Meisterschaft. Sie hatten einen schweren Terminplan mit der EuroLeague. Sie haben zwar auf die Ligaspiele geachtet, aber sie hatten mehr Fokus auf die EuroLeague. Wir dagegen haben "nur" die Regular Season in der BBL gespielt. Jetzt konzentrieren sich Bayern und ALBA aber ebenfalls komplett auf die Liga. Ich bin mir deshalb sicher, dass die Fans sie für die Top-Favoriten halten.

SPORT1: Ihr eigenes Spiel hat sich extrem verbessert. Gibt es dennoch Dinge, an denen Sie noch arbeiten müssen, beziehungsweise wollen. Gibt es noch viele Dinge, die Sie für sich selbst verbessern würden?

Smith: Am meisten würde ich mich gerne in Sachen Shooting verbessern. Ich bin nicht wie ein Knock-Down Shooter. Außerdem habe ich Schwierigkeiten, wenn ich zum Korb ziehe und dabei ein Gegenspieler an mir klebt. Ansonsten kann man sich natürlich immer in jedem Bereich seines Spiels verbessern, man wird nie in etwas perfekt sein. In jedem Jahr, in dem ich Basketball spiele, versuche ich mich in Dingen zu verbessern.

NBA-Traum? "Die Houston Rockets"

SPORT1: Vor ein paar Wochen wurde Ihr Sohn geboren. Wie viel Motivation bedeutet die Geburt für Sie?

Smith: Mein Sohn ist ein weiterer Grund, um dieses Spiel zu spielen. Er ist der Auslöser dafür, dass ich für mehr spiele als nur für mich selbst. Ich spiele für ihn und meine Verlobte, um ein besseres Leben zu haben Ich will, dass es mein Sohn einmal besser hat als ich.

SPORT1: Was ist Ihr Ziel für die Zukunft? Gibt es eine spezielle Sache, die Sie erreichen möchten?

Smith: Ich möchte es in die NBA schaffen, aber das ist noch ein langer Weg. In den nächsten Jahren möchte ich es erst einmal in die Euroleague schaffen, das ist im Moment mein Hauptziel.

SPORT1: Wenn Sie sich ein NBA-Team aussuchen könnten, für welche Franchise würden Sie gerne spielen?

Smith: Für das Team meiner Heimatstadt, die Houston Rockets.

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