Zweifel an Olympia in Tokio wachsen

Sportinformationsdienst
Sport1

Die Zweifel an der planmäßigen Durchführung der Olympischen Spiele im Sommer in Tokio (24. Juli bis 9. August) wachsen. Aufgrund der Coronavirus-Epidemie erwägen die Organisatoren offenbar Notfallpläne.

Eine Verschiebung um zwei Jahre könne unter den gegebenen Umständen die beste Option sein, sagte ein Vorstandsmitglied von Tokio 2020.

"Das Coronavirus ist zu einem globalen Problem geworden. Wir können sie (die Olympischen Spiele, Anm. d. Red.) nicht einfach halten, weil Japan in Ordnung ist", sagte Haruyuki Takahashi der japanischen Tageszeitung Asahi Shimbun. Es wäre ideal, die Spiele auszutragen, aber "es muss einen Alternativplan geben".

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige


Olympia statt 2020 erst 2022?

Der Sommer 2022 biete angesichts des internationalen Sportkalenders "die beste Möglichkeit" für eine eventuelle Verschiebung, die Vorbereitung müsse "jetzt beginnen", wenn eine Verzögerung in Betracht komme, sagte Takahashi.

Seine Aussagen seien eine "Warnglocke" für das Organisationskomitee. Dieses müsse "sich der aktuellen Situation stellen und mit den Sportverbänden überlegen, welche Maßnahmen im Falle einer Verschiebung ergriffen werden müssen".

Die Aussagen Takahashis sorgten für reichlich Wirbel. Japans Olympiaministerin Seiko Hashimoto bekräftigte in einem Parlamentsausschuss am Mittwoch, dass eine Verschiebung oder Absage der Spiele "unvorstellbar" seien. Yoshiro Mori, Chef des japanischen Olympia-Komitees, meinte bei einer eilig einberufenen Presserunde, man sei "natürlich besorgt", die Vorbereitungen auf das Mega-Event würden aber "planmäßig" verlaufen.


"Unvorstellbar", Olympia abzusagen

Die Weltgesundheitsorganisation, die sich mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und den Organisatoren in Tokio beraten habe, werde laut Mori voraussichtlich bald ihre "grundlegenden Gedanken" bekannt geben.

"Aus der Sicht der Athleten, die die Hauptakteure bei den Spielen in Tokio sind", sagte Ministerin Hashimoto, sei es "unvorstellbar, abzusagen oder zu verschieben". Eine endgültige Entscheidung über die Austragung treffe das IOC: "Wir halten es für wichtig, dass die Regierung korrekte Informationen gibt, damit das IOC eine angemessene Entscheidung trifft."

In Japan sind aktuell mehr als 560 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, bislang gab es zwölf Todesfälle.

Lesen Sie auch