Peinlicher Versprecher: Ronaldo patzt bei Al-Nassr Vorstellung

Holpriger Einstand für Cristiano Ronaldo. Bei der Vorstellung bei seinem neuen Verein Al-Nassr leistete sich der Superstar direkt mal einen dicken Patzer.

So richtig überzeugt kommt der Daumen von Cristiano Ronaldo für seinen neuen Club noch nicht rüber. (Bild: REUTERS/Ahmed Yosri)
So richtig überzeugt kommt der Daumen von Cristiano Ronaldo für seinen neuen Club noch nicht rüber. (Bild: REUTERS/Ahmed Yosri)

Seine Entscheidung ist vielfach und hinlänglich kommentiert und kritisiert worden. Doch nun steht fest: Cristiano Ronaldo wird seine hochdekorierte Karriere tatsächlich im fußballerischen Niemandsland Saudi-Arabien fortsetzen. Bei seinem neuen Verein Al-Nassr wurde er gebührend empfangen. Allerdings lief bei seiner Vorstellung längst nicht alles rund.

Seinen Abschied aus den oberen Etagen des Weltfußballs lässt sich "CR7" ordentlich versilbern. Findige Medien haben ausgerechnet, dass Ronaldo bei seinem neuen Vertrag 1,600 Euro pro Stunde verdient. Das ergibt ein Jahresgehalt von 200 Millionen Euro. Plus einer saftigen Ablösesumme von 100 Millionen. Doch für das Prestige sind die Al-Nassr-Eigner bereit, tief in die Tasche zu greifen. Das lohnt sich. Innerhalb von wenigen Tagen nach der prominenten Verpflichtung wuchsen die Instagram-Follower auf 8,9 Millionen - von vorher gerade einmal 850.000. Die Trikots mit der Nummer 7 sind längst ausverkauft, dennoch stehen die Fans stundenlang Schlange, um sich eigene Leibchen mit Ronaldos Namen beflocken zu lassen.

Kein Wunder, dass die offizielle Vorstellung mit viel Pomp veranstaltet wurde. Zu einer Lasershow und krachenden Raketen lief der Portugiese ins Mrsool Park-Stadion durch ein Spalier und ließen sich von seinen neuen Fans feiern. Ronaldo postete Bilder von seinem spektakulären Empfang auf seinem Instagram-Account.

Dieser Inhalt stammt von einem Drittanbieter. Um diesen anzuzeigen, müssen Sie Ihre Datenschutzeinstellungen ändern.
Dazu hier klicken.

Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien

Doch auf seiner ersten Pressekonferenz trat der fünffache Weltfußballer des Jahres direkt einmal ordentlich ins Fettnäpfchen. Gewohnt vollmundig verkündete der 37-Jährige: "Es ist nicht das Ende meiner Karriere, nach Südafrika zu kommen." Das wird seine saudi-arabischen Chefs wohl nicht besonders erfreut haben. Aber nach dem geografischen Irrflug fing sich "CR7", der als "größter Fußballer der Welt" vorgestellt wurde dann doch wieder. Er sei "stolz und glücklich" über den Wechsel und wolle sein Bestes für den Verein geben. "Diese Liga ist sehr wettbewerbsfähig. Ich weiß, dass die Leute das nicht wissen“, sagte Ronaldo bei der Presskonferenz. "Die Menschen, die mich dafür kritisieren, hierher zu wechseln, wissen das nicht, sie verstehen den Fußball nicht." Deren Kritik sei ihm aber gleichgültig, führte der Portugiese aus: "Es ist meine Entscheidung."

Ronaldo-Trikots finden reißenden Absatz bei den Al-Nassr-Fans. (Bild: REUTERS/Ahmed Yosri)
Ronaldo-Trikots finden reißenden Absatz bei den Al-Nassr-Fans. (Bild: REUTERS/Ahmed Yosri)

Er habe auch "zahlreiche Angebote" aus europäischen Ligen erhalten, sagte der ehemalige ManU-Star. Von dort hatte er seinen Abschied erzwungen, nachdem er sich in einem aufsehenerregenden Interview über seine Rolle als Reservist beschwert hatte. Nun will er seiner Karriere bei Al-Nassr ein neues Kapitel hinzufügen, in Europa habe er nichts mehr zu beweisen, sagte Ronaldo und kündigte an: "Ich habe dort alle Rekorde gebrochen, also möchte ich auch hier ein paar Rekorde brechen."

Dieser Inhalt stammt von einem Drittanbieter. Um diesen anzuzeigen, müssen Sie Ihre Datenschutzeinstellungen ändern.
Dazu hier klicken.

Hintertür im Vertrag?

Die Fans im Mrsool Park freuten sich jedenfalls hör- und sichtbar. Als Ronaldo zum Höhepunkt der Vorstellungs-Show ein paar Fußbälle ins Publikum schoss, brandete lauter Jubel auf. Und laut der spanischen Sportzeitung "Marca" gibt es ohnehin noch ein Hintertürchen in seinen Vertrag eingebaut haben. Sollte sich New Castle United nämlich für die Champions League qualifizieren, könnte Ronaldo zur nächsten Saison doch noch einmal in die Premier League zurück kehren. Möglich ist dies, weil Al-Nassr ebenso wie Newcastle mehrheitlich den saudischen Staatsfonds gehört. Momentan liegen die "Magpies" auf Rang drei der Tabelle. Trainer Eddie Howe wiegelte vor dem Spitzenspiel gegen Arsenal (0:0) allerdings ab, man wisse bei Newcastle nichts von einem solchen Deal.

Im Video: Ronaldo: "Meine Arbeit in Europa ist getan"