Wegen Sané-Aussage: Bayern-Bosse watschen Kovac ab

Christian Paschwitz, Florian Plettenberg, Stefan Kumberger
Sport1

Jetzt wird es in Sachen Klub-Kommunikation langsam immer unübersichtlicher.

Bayern Münchens Trainer Niko Kovac hat sich wegen seiner sehr optimistischen Aussagen zu einer möglichen Verpflichtung von Leroy Sané von Manchester City einen Rüffel von Vereinschef Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic eingehandelt - und darauf am späten Abend selbst auch noch einmal reagiert.

Nach dem Kantersieg-Halbfinale des deutschen Rekordmeisters beim Audi Cup gegen Fenerbahce Istanbul rechtfertigte sich Kovac während der Pressekonferenz: "Ich habe mit Pep (City-Trainer Guardiola, Anm. d. Red.) kommuniziert. Das war abgesprochen. Dem ist nichts hinzuzufügen. Was ich gesagt habe stimmt. Das hat seine Richtigkeit. Das ist absolut verifiziert."

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Zuvor hatte Rummenigge im ZDF Kovac deutlich abgekanzelt:"Mir haben seine (Kovacs, Anm.d. Red.) Aussagen nicht gefallen. Wir haben ein gutes Verhältnis zu Manchester City mit unserem Ex-Trainer Pep Guardiola, und Sané steht dort noch unter Vertrag. Weder optimistische noch pessimistische Aussagen helfen uns da."

Auch Salihamidzic kritisiert Kovac

Salihamidzic unterstützte am späten Abend Rummenigge und dessen Schelte an Kovac: ""Es ist wichtig, dass über die Spieler nicht gesprochen wird, die bei einem anderen Verein unter Vertrag stehen. Man muss sich bei ManCity entschuldigen, dass die ganze Zeit über den Spieler gesprochen wurde. Wir sind gut beraten, nichts mehr über die Sache zu sagen, sondern nach außen und nach innen Ruhe zu bewahren. Wir müssen diese Sache jetzt ruhen lassen."

Kovac wiederum hatte am Sonntag zur Personalie Sané betont: "Den möchten wir. Unser Klub und die Vereinsführung sind da sehr engagiert. Es ist nicht einfach, sonst wäre es ja schon durch. Aber ich bin sehr zuversichtlich, und ich gehe davon aus, dass wir ihn bekommen können."

Kovac rudert nach Kritik zurück - zunächst

Rummenigge dürfte diese Offensive von Kovac als klaren Bruch seiner verordneten Richtlinie verstanden haben, wonach die Bayern "keine Wasserstandsmeldungen" mehr zu aktuellen Transferverhandlungen abgeben wollen. Damit hatte der Vorstandsboss unlängst auf die zum jetzigen Zeitpunkt unglückliche Aussage von Präsident Uli Hoeneß reagiert. Der 67-Jährige hatte im Februar im CHECK24 Doppelpass bei SPORT1 erklärt: "Wenn Sie wüssten, was wir alles schon sicher haben für die neue Saison."

Weitaus zurückhaltender und gänzlich anders als bei der Pressekonferenz kurz vor Mitternacht am Dienstagabend, als er sich gegen Rummenigges Kritik wehrte, hatte sich Kovac unmittelbar nach Abpfiff des 6:1-Kantersiegs gegen Fener zu der Ermahnung seines Vorgesetzen geäußert.

"Ich bin in dem Interview vielleicht ein bisschen offensiv gewesen", sagte Kovac im ZDF. "Ich habe auch schon mit Pep gesprochen, habe ihm die Situation erklärt und habe mich dafür entschuldigt, weil ich weiß, dass es natürlich ein Spieler von City ist. Pep hat es dementsprechend verstanden, damit ist die Sache erledigt. In Zukunft werde ich mich diesbezüglich zurückhalten."

Rummenigge: "Müssen unseren Job machen"

Rummenigge hatte vor der Begegnung noch einmal bekräftigt: "Wir müssen unseren Job machen, der Trainer muss seinen Job machen. Wenn wir alle unseren Job gut machen, werden wir auch eine erfolgreiche Saison haben."

Er werde weiterhin keine Wasserstandsmeldungen zu möglichen Verpflichtungen abgeben, betonte Rummenigge abermals.

"Wir arbeiten an Transfers, was am Ende des Tages dabei herauskommt, wird man abwarten müssen. Wir werden alle etwas Geduld haben müssen", ergänzte der Bayern-Boss. "Die Spieler, die bei anderen Vereinen unter Vertrag sind, müssen wir so respektieren. Das ist im Übrigen auch eine FIFA-Vorgabe."

Der 23-jährige Sané ist der erklärte Wunschspieler der Bayern nach den Abgängen von Arjen Robben und Franck Ribéry. Zuletzt hatte City-Teammanager Guardiola einen Abgang von Sané nicht ausgeschlossen.

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