Uli Hoeneß nicht mehr Bayern-Präsident: Das sind seine Pläne

Ben Barthmannfreier Sportjournalist
Yahoo Sport Deutschland

Uli Hoeneß trat am Freitagabend als Präsident des FC Bayern München ab. Seit 1979 war er, mit kurzen Unterbrechungen, immer als Funktionär aktiv gewesen. Wie geht es ab dem 16. November weiter?

Uli Hoeneß hat seine Ämter beim FC Bayern niedergelegt. (Bild: Getty Images)
Uli Hoeneß hat seine Ämter beim FC Bayern niedergelegt. (Bild: Getty Images)

“Zum ersten Mal”, sagte Uli Hoeneß am Freitagmorgen bei Bayern3, werde er ab Samstag “bis auf ganz wenige Dinge nächste Woche keinen Plan” haben, was ansteht. Eine derartige Situation habe er “in 40 Jahren bislang nie erlebt.” Auf Hoeneß kommt eine Zeit der Umstellung zu.

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Hoeneß-Abschied: Seine komplette Rede im Wortlaut

Der 67-Jährige beginnt am Tegernsee einen neuen Abschnitt seines Lebens. Die Familie rund um Ehefrau Susi soll mehr Zeit erhalten, kündigte er bereits an. Auch seine Enkel sind ihm eine “wahre Freude”, wie er kürzlich verlauten ließ.

Erstmals seit langer Zeit stehen auch lange Urlaubsreisen zur Debatte. Neuseeland und Australien reizen die Familie Hoeneß, schreibt der Focus. “Da waren wir noch nie”, sagte Hoeneß. Das Problem: Hund Ben, ein Labrador-Mischling, ist für derartige Langstreckenreisen nicht gemacht.

Uli Hoeneß: Mehr Zeit für Golf und seinen Hund

“Daher sind lange Reisen leider schwierig. Bei uns zuhause ist ein Hund ein Familienmitglied, das sehr stark im Mittelpunkt steht”, ordnete Hoeneß ein. Das Tier darf sich in Zukunft allerdings sicherlich auch mehr und ausgiebigere Spaziergänge freuen - das Herrchen hat ja jetzt mehr Zeit.

Diese freie Zeit will Hoeneß auch für soziale Zwecke nutzen. Das kündigte er auf der Jahreshauptversammlung am Freitagabend an.

FC Bayern: Hoeneß zum Ehrenpräsidenten gewählt

Darüber hinaus wäre da noch das Golf-Handicap, das es zu verbessern gilt. Schon seinen Freigang als Häftling der JVA nutzte Hoeneß gerne für eine Runde auf dem Grün am Tegernsee. Im August 2019 hatte Hoeneß passenderweise Medienberichte über seinen bevorstehenden Rücktritt bei einem Golf-Event bestätigt.

Hoeneß will weiter über den FC Bayern wachen

Ganz ohne Aufgaben bleibt Hoeneß aber bekanntlich nicht beim FC Bayern: Im Aufsichtsrat gibt er lediglich seinen vorsitzenden Posten ab und nimmt eine “normale” Rolle ein. Das bedeutet, dass man hier und da doch mit einem Hoeneß-Veto rechnen muss.

Transfers über 25 Millionen Euro Gesamtinvestition müssen etwa beim FC Bayern noch immer vom Aufsichtsrat abgesegnet werden - sie landen dann auch auf dem Schreibtisch von Hoeneß. Die Auslastung ist aber natürlich eine gänzlich andere als zuvor.

Abzuwarten ist, wie es um die öffentlichen Auftritte der langjährigen “Abteilung Attacke” steht: Hoeneß kündigte bereits an, den FC Bayern “wie eine Glücke” gegen unsachgemäße Berichterstattung verteidigen zu wollen.

Hoeneß steht dem FC Bayern weiterhin zur Seite

Ein hundertprozentiger Abschied war die Veranstaltung am Freitagabend somit nicht. "Ich bin nicht so ehrgeizig, dem Verein jetzt weiter meinen Stempel aufzudrücken", gab er kürzlich aber doch zu bedenken. Er sehe sich vielmehr als “Elder Statesman”, der “Rat anbietet, sich aber nicht aufdrängt.”

Wie viel Einfluss und Strahlkraft Hoeneß behalten wird, ist abzuwarten. Schon jetzt ist klar, dass er seinen Fußabdruck hinterlassen hat: Nachfolger Herbert Hainer ist ein guter Freund. Hasan Salihamidzic wurde vor wenigen Tagen als Vorstand verankert, bald kommt Oliver Kahn.

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